Werbeholding

Google Cloud gewinnt WPP als Neukunden

WPP nutzt künftig Google-Cloud-Produkte
© Google Cloud
WPP nutzt künftig Google-Cloud-Produkte
Kurz vor dem Start des Google Cloud Summits am Donnerstag in München hat die Alphabet-Tochter einen prominenten Neukunden bekannt gegeben: Die Werbeholding WPP wird künftig eine ganze Reihe von Google-Cloud-Produkten einsetzen, wie der Such-Konzern heute mitteilt. WPP erhofft sich von dieser Zusammenarbeit, die digitale Transformation weiter vorantreiben zu können.
Immer mehr große Unternehmen verlegen ihre Arbeitsprozesse in die Datenwolke - und setzen dabei auf Partnerschaften mit den großen Tech-Konzernen. So nun auch die Werbeholding WPP, die sich mit Googles Cloud-Sparte zusammengetan hat. Konkret wird der Werbekonzern die Technologie nutzen, um etwa ein Verwaltungssystem für Mediapläne zu bauen. Außerdem soll Googles Bilderkennungssoftware genutzt werden, um Kampagnenmotive zu entwickeln.


Anwendungen wie Gmail, Google Docs und Hangouts, die Teil der Google Cloud sind, sollen zudem stärker in den beruflichen Alltag der WPP-Mitarbeiter integriert werden. Der Werbekonzern verspricht sich dadurch unter anderem schneller und intelligenter handelnde Teams. 
WPP ist in 112 Ländern tätig und hat etwa drei Viertel aller "Fortune 500"-Unternehmen auf der Kundenliste stehen. "Mit dieser Reichweite und diesen Services ist es für WPP eine echte Herausforderung, die Daten zu managen und einen Wert aus ihnen zu ziehen", sagt Google-Cloud-CEO Thomas Kurian.

Die Zusammenarbeit mit Google sei wichtig, um die digitale Transformation im Konzern weiter voranzutreiben, betont WPP-Chef Mark Read. Wenn es nach ihm geht, soll Google bei Kampagnen-Kreation, -Reporting und -Optimierung helfen. Auch sollen die Daten aus allen WPP-Agenturen in der Cloud gebündelt und leichter verfügbar gemacht werden.


Die Ergebnisse eines ersten Projekts auf Basis der Google Cloud sind bereits zu sehen: Die WPP-Agentur Wunderman Thompson hat für den Kunden GlaxoSmithKline den sogenannten Theraflu Flu Tracker entwickelt, der mithilfe von Googles Algorithmen präzise vorhersagen konnte, wann es in Mexiko zu Erkältungswellen kommt. Die Daten wurden anschließend verwendet, um gezielt Werbung für Erkältungsmittel zu platzieren. Bislang spielt Googles Werbegeschäft den Großteil der Erlöse des Konzerns ein. Doch der Mutterkonzern Alphabet setzt zunehmend auf Alternativen wie den boomenden Markt für Cloud-Services mit Speicherplatz und IT-Diensten im Netz. Um hier nicht von den Rivalen Amazon und Microsoft abgehängt zu werden, fließt viel Geld etwa in Datenzentren und andere Tech-Infrastruktur. Das trug 2018 zu einem massiven Anstieg der Investitionsausgaben um 102 Prozent auf 25,1 Milliarden Dollar bei.

Google befindet sich im Cloud-Geschäft in der ungewohnten Rolle des Herausforderers. Amazon ist mit seiner Tochter Amazon Web Services (AWS) Marktführer. Doch die Alphabet-Tochter investiert kräftig. Allein in München, wo auch Cloud-Dienste zu großen Teilen entwickelt werden, soll die Zahl der angestellten Entwickler auf mehr als 1000 verdoppelt werden, wie der Konzern im Mai mitteilte. ron
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