WARC-Analyse

Weltweite Martech-Ausgaben legen um ein Fünftel auf über 120 Milliarden US-Dollar zu

Viele Unternehmen investieren in die Automatisierung
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Viele Unternehmen investieren in die Automatisierung
Ohne Technologie geht im Marketing heutzutage so gut wie nichts mehr. Was der Boom von Automatisierungs-Software, Analyse-Tools und KI-Anwendungen die Unternehmen konkret kostet, zeigt jetzt ein aktueller Report des World Advertising Research Center (WARC). Demnach werden die globalen Ausgaben für Martech im kommenden Jahr die Marke von 120 Milliarden US-Dollar überspringen.

Laut dem Report, den WARC gemeinsam mit der Unternehmensberatung BDO erstellt hat, werden die Unternehmen weltweit im kommenden Jahr 121,5 Milliarden US-Dollar in Marketing Technologie investieren. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von 22 Prozent.



Glaubt man den WARC-Forschern, dann ist das Ende der Fahnenstange bei weitem noch nicht erreicht. Laut dem Report, für den Entscheider von mehr als 750 Marken und Agenturen in den USA, Mittel-und Südamerika, Großbritannien, Europa und der Region Asien-Pazifik befragt wurden, sollen die Martech-Budgets weiter deutlich ansteigen. Zwar erwartet die Mehrheit der Befragten, dass die Ausgaben in den nächsten 12 Monaten stabil bleiben. Aber immerhin 43 Prozent sagen einen Anstieg voraus - und nur 4 Prozent einen Rückgang.

Wie groß die Nachfrage nach wie vor ist, belegen auch weitere Zahlen aus dem WARC-Report. So glauben global betrachtet lediglich 24 Prozent der Marketing-Entscheider, dass sie bereits über alle Martech-Tools verfügen, die sie für ihre Arbeit benötigen. In Großbritannien sind es 27 Prozent, in den USA nur 15 Prozent. 


Der Bedarf zieht sich durch die gesamte Branche. Laut WARC geben 68 Prozent der Befragten auf Kundenseite an, einen erhöhten Bedarf an Datenkompetenz im Zusammenhang mit dem Einsatz von Marketingtechnologien zu haben. Noch höher ist der Bedarf bei den Agenturen. Hier sind es sogar 83 Prozent der befragten Manager, die Nachholbedarf sehen. Kurios: Während bei den Unternehmen mit 49 Prozent ein hoher Anteil der Befragten mit Martech-Lösungen vor allem die Kreation optimieren will, glauben nur 25 Prozent der befragten Agenturmanager, dass Kreativität im Mittelpunkt stehen sollte. Aus Sicht der Agentur-Entscheider sollten stattdessen die Themen Strategie und Daten priorisiert werden.

Bedeuten die höheren Ausgaben für Technologie, dass die Unternehmen weniger Geld für Werbekampagnen in die Hand nehmen? Laut WARC ist dies nicht zwangsläufig der Fall. Der Umfrage zufolge waren vor einem Jahr die befragten Marketer noch mehrheitlich der Meinung, dass die gestiegenen Investitionen in Martech zu einer Drosselung der Mediaspendings führen. Dies hat sich geändert. In der aktuellen Befragung ist der Anteil derer, die einen Zusammenhang zwischen Martech-Kosten und geringeren Media-Spendings sehen, auf unter ein Drittel gesunken. Stattdessen scheint sich die Meinung durchzusetzen, dass Technologie den Marketingfachleuten dabei hilft, ihre Medienausgaben zu optimieren.

Für die Marketing-Entscheider ist das Martech-Thema trotz steigender Budgets mit hohen Herausforderungen verbunden. "Trotz steigender Ausgaben für Marketingtechnologien sind die Budgets für 50 Prozent der Marken ein Faktor, der das Wachstum hemmt", sagt Amy Rodgers, Managing Editor Research & Rankings bei WARC. Dies wird damit begründet, dass Marketer angesichts der Fülle an verfügbaren Technologien die Qual der Wahl und oft nicht ausreichend Kenntnis von der jeweiligen Lösung hätten. So räumen 29 Prozent der Befragten ein, die entsprechenden Technologien nicht einschätzen zu können. mas

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