Von wegen nur Roboter

Tech-Begeisterung soll nicht zu Lasten der Mitarbeiter gehen

Immer mehr Menschen werden künftig einen Roboter als Kollegen haben
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Immer mehr Menschen werden künftig einen Roboter als Kollegen haben
In einer Bremer Sparkassenfiliale übernimmt der intelligente Roboter Luna Pepper den Kundenkontakt, bei Zalando gehen zwei Kollegen aus Blech den Logistik-Mitarbeitern zur Hand und Amazon testet selbstfahrende Lieferwagen: Die fortschreitende Technisierung unserer Welt macht viele Jobs überflüssig, so die gängige Meinung. Eine aktuelle Deloitte-Studie kommt allerdings zu einem etwas anderen Schluss: Die Investition in neue Technologien ist ein wahrer Jobmotor.
So soll die Technikbegeisterung der deutschen Firmen nicht zu Lasten der Mitarbeiter gehen, wie es in der Untersuchung der Unternehmensberater heißt. Im Durchschnitt erwartet die Mehrheit (70 Prozent), dass die Zahl ihrer Mitarbeiter künftig gleich hoch bleibt oder sogar steigt. Für die Studie hat Deloitte insgesamt 760 europäische Unternehmensvertreter in 16 Ländern zu ihrem Status quo, ihren Zukunftsplänen und den dazugehörigen Herausforderungen in Sachen Innovation befragt.


Zwischen den einzelnen Branchen gibt es allerdings Unterschiede. Im Banking- und Finanzbereich, im Energiesektor und in der Versicherungsbranche rechnen die Unternehmen im Schnitt eher mit einem Rückgang ihrer Mitarbeiterzahl – wobei hier die Meinungen innerhalb der jeweiligen Branchen teilweise weit auseinandergehen. Im Tech-Bereich, der Baubranche und der Vermögensverwaltung ist man dagegen besonders optimistisch. Hier erwarten jeweils rund 60 Prozent der europäischen Unternehmen, künftig mehr Mitarbeiter zu brauchen.

Im Allgemeinen steht es um den europäischen Innovationsstandort laut Deloitte recht gut: 88 Prozent der befragten Unternehmen wollen in den kommenden zwei Jahren stärker in Innovation investieren. 12 Prozent wollen das aktuelle Niveau halten. Eine Senkung des Innovationsbudgets plant keines der Unternehmen.


Allerdings ist der 
Begriff "Innovation" mit einem gewissen Interpretationsspielraum verbunden. Für europäische Unternehmen geht es dabei vor allem um Technik. Diese ist für 92 Prozent der Befragten der wichtigste Treiber von Innovation. "Die digitale Transformation rückt Technologie ins Zentrum der Wirtschaft und der Unternehmen", kommentiert Alexander Börsch, Chefökonom bei Deloitte. "Die ökonomische Wertschöpfung verlagert sich weiter in Richtung Entwicklung und Software. Das macht Innovation leichter skalierbar und damit noch wertvoller." ron
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