Verimi-Chef Roland Adrian

"Wir haben noch 18 Monate, dann ist der Vorsprung verspielt"

Roland Adrian, Geschäftsführer von Verimi
© Verimi
Roland Adrian, Geschäftsführer von Verimi
Bislang bot Verimi im Wesentlichen ein einheitliches Sign-on auf den Websites der Partner an. Jetzt kommt endlich das eigentliche Kernprodukt zum Einsatz: die verifizierte digitale Identität. Erster Anwender ist seit Juli die Deutsche Bank, weitere sollen schnell folgen. Im Interview erklärt Verimi-Chef Roland Adrian, wie das Geschäftsmodell aussieht und warum man auf eine Werbevermarktung verzichtet.
Herr Adrian, Verimi ist im April 2018 live gegangen. Wie zufrieden sind Sie mit der bisherigen Bilanz?
Verimi wurde in Rekordgeschwindigkeit entwickelt und hat sich technisch bestens bewährt. Die Bekanntheit unserer Gesellschafter hat natürlich dazu geführt, dass zahllose Hacker das System angegriffen haben – vergeblich, die Daten sind extrem sicher. Besonders freut uns, dass die deutsche Industrie die Bedeutung einer eigenen Identitätsplattform verstanden hat. Damit hat sie die Chance, den GAFAs zuvorzukommen. Im Gesellschafterkreis sind zahlreiche führende Konzerne vertreten, das hat Signalwirkung.

Aber wie viele Menschen nutzen das einheitliche Sign-on bei den rund 30 Verimi-Partnern bislang? Vor einem Jahr war von lediglich 13.000 die Rede.
Es sind deutlich mehr geworden. Die genaue Zahl kommunizieren wir aber nicht, und sie ist auch nicht wichtig, weil das Sign-on nicht unser Kernprodukt ist. Insofern ist es auch irreführend, wenn wir in den Medien immer wieder als Log-in-Allianz bezeichnet werden. Single-Sign-on ist auf absehbare Zeit fest in der Hand der US-Player – dieser Zug ist abgefahren. Die Menschen werden auch weiterhin ihre Google- oder Facebook-IDs nutzen, um sich auf anderen Websites einzuloggen. Im Zentrum unseres Geschäftsmodells steht dagegen die verifizierte digitale Identität. Wir glauben, dass diese an einem zentralen Ort hinterlegt sein sollte.

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