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TikTok-Manager Inam Mahmood auf der Dmexco
Dmexco
TikTok-Manager Inam Mahmood

Wie Unternehmen aus Gesangseinlagen Geld machen können

TikTok-Manager Inam Mahmood auf der Dmexco
Wie macht man aus Tanz- und Gesangseinlagen Geld? Um Marketern diese Frage zu beantworten, ist Inam Mahmood nach Köln auf die Dmexco gereist. Mahmood muss es wissen, schließlich ist er bei der Hype-App TikTok für die Monetarisierung und für Partnerschaften in Europa zuständig. Auf der Bühne ist er eine konkrete Antwort auf diese Frage allerdings schuldig geblieben. Stattdessen durfte sich Otto als deutscher Vorzeigecase präsentieren.
von Giuseppe Rondinella Donnerstag, 12. September 2019
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Es gibt wohl kein soziales Medium, das derzeit global ein so großes Momentum genießt wie TikTok. Die App des chinesischen Konzerns Bytedance, die für ihre Dance- und Lipsync-Videos populär geworden ist, hat in vielen Ländern die Download-Charts von iOS und Android im vergangenen Jahr angeführt. Im 1. Quartal 2019 lag die App mit geschätzten 190 Millionen Downloads weltweit sogar immer noch auf Platz 3 hinter Whatsapp und dem Facebook-Messenger. Das Werbepotenzial für Marken liegt also auf der Hand.



Aber: Ihr Potenzial als Marketinginstrument muss die App erst noch unter Beweis stellen. Das Unternehmen ist aus diesem Grund erstmals mit einem (kleinen aber feinen) Stand auf der Dmexco vertreten und hat Inam Mahmood nach Köln geschickt. Der Director Monetization and Partnerships soll der Werbe-Industrie erklären, wie sie auf der App aktiv werden und ihre Botschaften einem vor allem jungen Publikum mitteilen kann. Dafür hatte Mahmood gar ein eigenes Panel zur Verfügung gestellt bekommen.

Der TikTok-Stand auf der Dmexco
© Koelnmesse
Der TikTok-Stand auf der Dmexco
Den Erwartungen ist der TikTok-Manager allerdings kaum gerecht geworden. Statt klarer Ansagen, wie Unternehmen auf der App aktiv werden können, schickte Mahmood Sahra Al-Dujaili vor, die Teamlead Social Media bei Otto. Die Managerin durfte Otto als Paradebeispiel für ein deutsches Unternehmen auf TikTok darstellen. Zum seinem 70. Geburtstag startete der Hamburger Konzern auf TikTok eine Challenge namens #MachDichZumOtto, bei der User und Influencer dazu angehalten wurden, sich - nunja - eben zum Otto zu machen. "Unsere Community liebt Fehler", erklärt Mahmood.
„Nehmen Sie sich als Marke auf TikTok nicht zu ernst und vergessen Sie alles, was Sie bislang über Social Media wussten.“
Sahra Al-Dujaili, Otto
Inam Mahmood
© Dmexco
Inam Mahmood
"Das war eine offene Einladung an die jungen Leute, sich mit unserer Marke zu beschäftigen", sagt Al-Dujaili auf der Dmexco-Bühne, und präsentierte auch handfeste Zahlen: Nach sechs Tagen posteten TikTok-Nutzer mehr als 59.000 Videos unter dem Hashtag #MachDichZumOtto, nach vier Wochen zählte Otto bereits mehr als 147 Millionen Video Views. Ob und wie sich dieser Erfolg monetär auswirkt, auf diese Frage sind sowohl Al-Duyaili als auch Mahmood allerdings eine Antwort schuldig geblieben.


An die deutschen Marketer auf der Dmexco richtet Mahmood vor allem einen Rat: "Experimentieren Sie! Laden Sie sich die App herunter und betrachten Sie TikTok als völlig neuen Kanal." Seine Devise: Erst einmal mit der App warm werden, dann ans Geld verdienen denken. Auch Al-Dujaili hat ein paar Tipps in petto: "Nehmen Sie sich als Marke auf TikTok nicht zu ernst und vergessen Sie alles, was Sie bislang über Social Media wussten."

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Ob Unternehmen TikTok die Bude einrennen oder nicht, wird allerdings auch davon abhängen, ob die App ihre Probleme in den Griff bekommt. Zum einen wird der Jugend- und Datenschutz bei TikTok bemängelt. TikTok ist vor allem bei 11- bis 15-Jährigen beliebt. Zum anderen ist User-generated-Content bekanntlich ein riskantes Werbeumfeld. Die meisten Videos auf der Plattform sind nicht unbedingt "Hochglanz"-Produktionen. Im Gegenteil: Die App lebt vom Unperfekten, vom Nahbaren, vom Direkten. Ein Umfeld, das Marketern für gewöhnlich die Schweißperlen auf die Stirn treibt. Zu diesen Themen hatte sich Mahmood allerdings auf der Dmexco nicht geäußert. ron

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