Tech-Messe

Was von der CES 2019 zu erwarten ist

Eine VR-Produktdemo auf der CES
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Eine VR-Produktdemo auf der CES
Die Consumer Electronics Show (CES) läutet traditionell das Technik-Jahr ein. Zu sehen sind in diesem Jahr vor allem mit Technologie vollgestopfte Autos und wahrscheinlich erste Smartphones mit faltbarem Display. Apple ist zwar nicht als Aussteller vertreten, dafür aber als Zaungast mit einer großangelegten Werbeaktion.  Ein Ausblick auf einige zentralen Themen des diesjährigen Großevents in der Wüstenstadt.

Autos

Die CES ist eigentlich keine Automesse, dennoch hat sie mittlerweile "alle Automessen ins Abseits gestellt", wie Experte Ferdinand Dudenhöffer jüngst in seinem Gastbeitrag für HORIZONT Online beobachtete. Zu sehen gibt es auch in diesem Jahr wieder Technik für das Auto der Zukunft und die neue Wertschöpfungskette. Kein Wunder also, dass neben altbewährten Herstellern wie Daimler, Volkswagen und Co auch Player wie Uber, Nvidia, Alibaba und Intel ihre neuen Auto-Technologien präsentieren.


Ein Unternehmen, das auf der CES wieder für Gesprächsstoff sorgen dürfte, ist der von ehemaligen BMW-Managern gegründete Elektro-Autobauer Byton. Vor einem Jahr hatte das Unternehmen in Las Vegas einen Prototypen seines Elektro-SUV M-Byte vorgestellt, der unter anderem mit einem großen gebogenen Display daherkam, das fast das gesamte Cockpit von Tür zu Tür ausfüllt und mit Amazons Sprachassistentin Alexa ausgestattet ist. Kurz vor dem Start der CES 2019 kündigte Byton-Chef Carsten Breitfeld an, die Serienproduktion seines ersten Modells Ende des Jahres zu starten. "Wir sind auf dem Weg, zu liefern, was wir versprochen haben." 

Smartphones

Die CES ist zwar keine klassische Smartphone-Messe - die Hersteller präsentieren ihre neuen Geräte traditionsgemäß lieber auf dem Mobile World Congress in Barcelona Ende Februar - dennoch sind in Las Vegas einige Smartphone-Revolutionen zu erwarten. Der chinesische Hersteller Royole bringt angeblich sein bereits angekündigtes FlexPai mit, das mit einem faltbaren Display daherkommt. Ob Samsung sein im Oktober präsentiertes "Foldable" - ebenfalls ein Smartphone mit faltbarem Display - im Gepäck hat, ist bislang noch unklar.

Auch der neue Mobilfunkstandard 5G wird auf der Technologiemesse ein großes Thema sein, denn in den ersten US-Städten ist das schnelle Netz bereits an den Start gegangen. Für 2019 wurden erste Telefone in Aussicht gestellt, die den künftigen superschnellen 5G-Datenfunk unterstützen sollen. In Deutschland ist man von der Einführung von 5G bekanntlich noch etwas weiter entfernt.

Sprachassistenten

Schon die vergangene CES stand im Zeichen der Rivalität von Amazon und Google, die mit ihren Sprachassistenten auf immer mehr Geräte verschiedener Hersteller vorpreschen. In diesem Jahr geht der Trend mit Geräten diverser Marken mit Amazons Alexa und dem Google Assistant an Bord weiter. Amazon will es inzwischen auch Herstellern von Hausgeräten einfach machen, mit dem als Bauteil angebotenen Chipsystem Alexa Connect, seine Sprachassistentin in Waschmaschinen und Öfen zu integrieren. Pünktlich zur CES teilte der Konzern mit, dass inzwischen mehr als 100 Millionen Geräte mit Alexa an Bord verkauft worden seien.


Auf der diesjährigen CES spendiert Amazon seiner Sprachassistentin sogar einen eigenen Stand, direkt zwischen Autoherstellern und Zulieferern in der North Hall. Die Botschaft ist klar: Alexa soll sich vor allem in den Fahrzeugen der Zukunft noch stärker etablieren. 

Fernseher

Schon in den vergangenen Jahren gab es auf der CES diverse Fernseher mit ultra-scharfem Bild dank der 8K-Auflösung mit vielen Bildpunkten zu sehen. Das dürfte auch diesmal so sein - während die Inhalte in entsprechend hoher Qualität nach wie vor ein Problem sind. Die Anbieter arbeiten auch daran, Probleme wie Einbrenn-Effekte bei heutigen Display-Technologien zu lösen - und zum Beispiel von Marktführer Samsung wird erwartet, dass seine im vergangenen Jahr vorgestellte MicroLED-Technologie für große Videoleinwände auch in Verbrauchergeräte kommen könnte. Interessant ist auch, ob die seit Jahren als Prototypen gezeigten zusammenrollbaren Fernsehbildschirme schließlich zur Marktreife gebracht wurden.

Inhaltlich betrachtet gibt es kurz vor der CES bereits eine kleine Revolution zu verkündenApple macht seine Filme und TV-Sendungen aus der iTunes-Plattform auf Samsung-Fernsehern und damit erstmals direkt auf Geräten eines anderen Herstellers verfügbar. Neue TV-Geräte werden ab Frühjahr auch die Übertragung von Inhalten vom iPhone und anderen Geräten über Apples AirPlay-2-Technologie unterstützen. Bisher mussten sich auch Besitzer von Samsung-Fernsehern mit Internet-Anschluss die Extra-Box Apple TV kaufen, wenn sie Inhalte aus der iTunes-Plattform sehen wollten.

Apple selbst ist auf der CES wieder nicht als Aussteller vertreten - dafür aber als Zaungast. Der Konzern zeigt mit einem Datenschutz-Werbebanner unübersehbare Präsenz in Las Vegas. "Was auf deinem iPhone passiert, bleibt auf deinem iPhone", heißt es auf einer Hauswand neben dem Messegelände. Apple steigt damit in den Werbe-Wettstreit zur CES ein. Schon im vergangenen Jahr pflasterte Google den Anzeigenplatz in der Stadt mit Werbung für seinen Sprachassistenten zu. ron (mit dpa-Material)
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