Studie

Investitionen in europäische Tech-Start-ups auf Rekordniveau

Tech-Start-ups in Europa dürfen sich über wachsende Investitionssummen freuen
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Tech-Start-ups in Europa dürfen sich über wachsende Investitionssummen freuen
Europäische Technologie-Start-ups in der Spätphase durften sich in diesem Jahr über einen nie dagewesenen Geldregen freuen. Das geht aus einem aktuellen Report von Stripe und Tech.eu hervor. Danach ist die Anzahl der Finanzierungsrunden mit mehr als 100 Millionen Euro schon jetzt auf Rekordniveau. Treiber dieser Entwicklung ist vor allem ein japanischer Großinvestor.

Wie aus dem Papier hervorgeht, wurden in Europa in den ersten drei Quartalen 52 sogenannter "Megafinanzierungsrunden" gezählt, also jene mit einer Summe von mindestens 100 Millionen Euro. Das sind schon jetzt mehr als in den Jahren 2017 und 2018 zusammen und fast viermal so viele wie in 2016. In diesem Jahr konnten sich unter anderem N26 (Deutschland) sowie Deliveroo (UK) und Klarna (Schweden) über "Megafinanzierungsrunden" freuen.



Wenn sich der aktuelle Trend fortsetzt, so die Macher der Untersuchung, steige die Anzahl noch in diesem Jahr auf  rund 70 Megafinanzierungsrunden - das wären so viele wie in den vergangenen drei Jahren zusammen. Aber nicht nur die Finanzierungsrunden, sondern auch die Summe der Investitionen ist bei Start-ups in der Spätphase gestiegen. Bekamen die jungen Unternehmen im gesamten Jahr 2016 lediglich drei Milliarden Euro Risikokapital, waren es in den ersten drei Quartalen 2019 bereits 12 Milliarden Euro.

Ein Grund für diese rasante Entwicklung ist vor allem der japanische Investor Softbank. Über seinen Vision Fund investierte das Unternehmen von 2015 bis zum dritten Quartal 2019 fast vier Milliarden Euro in europäische Großunternehmen. Zum Vergleich: Dahinter folgt der US-amerikanische Konzern Insight Venture Partners, der in diesem Zeitraum etwa 1,4 Milliarden Euro aufbrachte. Von den Top-10-Investoren in Megafinanzierungsrunden haben mehr als die Hälfte ihren Sitz außerhalb Europas.


Die aktuellen Zahlen veranlassen den Stripe-Manager Felix Huber zu einer euphorischen Aussage: "Mit immer mehr gut ausgebildeten lokalen Fachkräften und mehr Investitionen sowohl in der Early- als auch Later-Stage-Phase, steht dem europäischen Technologie-Ökosystem in den kommenden Jahren nichts mehr im Wege, um Technologiegiganten hervozubringen", so Huber. "Europa ist bereits die innovativste Region für Fintechs. Und jetzt sehen wir, wie immer mehr Softwareunternehmen ab dem ersten Tag ihren Fokus auf ganz Europa richten und nicht nur in einem einzigen Markt starten." ron

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