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Ilhan Zengin, CEO von Showheroes
Showheroes
Start-up der Woche

Wie Showheroes den Videomarkt von hinten aufrollt

Ilhan Zengin, CEO von Showheroes
Die Videonutzung im Internet steigt seit Jahren an - vor allem auf mobilen Geräten. Das Berliner Start-up Showheroes mischt seit 2016 in diesem lukrativen Geschäft mit und produziert für Publisher und Werbungtreibende Bewegtbild-Content, der über eine firmeneigene Technologie ausgespielt und vermarktet wird. Eine Besonderheit: Die Showheroes betreiben neben dem kleineren Berliner Standort auch eine Niederlassung mit 35 Mitarbeitern in Riga. Unser Start-up der Woche.
von Giuseppe Rondinella Donnerstag, 20. September 2018
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Im Schnitt schauen 57 Prozent der Menschen weltweit täglich Videos über ihr Mobiltelefon. Zum Vergleich: Der Anteil der Nutzer, die täglich über stationäre Geräte Onlinevideos schauen, liegt mit 58 Prozent nur noch unwesentlich höher. Hier bringt sich Ilhan Zengin mit seinem Start-up Showheroes ins Spiel, indem er Publishern wie Spiegel Online, Sky und RTL mit einer Mobile-First-Video-Strategie unter die Arme greift und Video-Inhalte sowohl produziert als auch über einen eigenen Player vermarktet. Gegenüber HORIZONT Online erklärt Zengin seine Firma wie folgt:

"Publisher und Werbungtreibende müssen darauf achten, dass sie nicht in völlige Abhängigkeit zu den Walled Gardens Google, Facebook und Co. geraten."

Eine Minute im Aufzug mit einem potenziellen Investor. Wie lautet euer Elevator Pitch? Showheroes löst das Problem sinkender Reichweite und Umsätze etablierter, digitaler Medienhäuser und schafft gleichzeitig neue Nutzer – durch Mobile-First-Video-Strategien. Werbungtreibende profitieren von messbarer Performance und 100 Prozent Brand Safety.




Der Markt für Video ist global mehr als 100 Milliarden US-Dollar schwer. Er wird "Mobile First" gelebt und von Google und Facebook dominiert. Daher bauen sich Publisher mit unserer Hilfe eine (Über-)Lebensversicherung für das mobile Zeitalter auf – indem sie jeden Seitenaufruf durch kontextuell ausgesteuerte, und daher relevante Videos ergänzen. Marken greifen auf dieses Potenzial an zusätzlicher Premiumreichweite zurück und machen sich auf diesem Weg unabhängig von intransparenten Metriken, User-Generated-Content und niedriger Kontaktqualität.


Start-up der Woche
In der Rubrik "Start-up der Woche" stellen wir einmal in der Woche eine junge Firma vor, die mit innovativen Geschäftsideen einen Wirtschaftsbereich aufmischt. Die Start-ups werden subjektiv von der HORIZONT-Onlineredaktion ausgewählt.
Warum besteht Bedarf an eurem Produkt? Publisher und Werbungtreibende müssen darauf achten, dass sie nicht in völlige Abhängigkeit zu den Walled Gardens Google, Facebook und Co. geraten. Hier braucht es dringend alternative Lösungen. Während bei Advertisern die Frage nach der Werbewirksamkeit im Vordergrund steht, geht es für Publisher darum, hochwertiges Werbeinventar anbieten und damit zusätzliche Erlöse generieren zu können – idealerweise unabhängig von den großen Playern.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen? Im Frühjahr 2016 war ich auf der SXSW Conference in Austin, Texas unterwegs – damals noch für Plista und Xaxis bzw. Group M. Während der Konferenz erhielt ich einen Anruf von einem Freund, der mir von der Idee eines Start-ups zur Produktion von Mobile-First-Videos vorschwärmte. Auf meiner "Welt-Tournee" für Plista & Co. hatte ich immer wieder mit den verschiedensten Publishern, Media Outlets, Brands und Agenturen zu tun – und Mobile First Video lag bei allen im Fokus. Die Idee gefiel mir sofort, da sie sich nicht nur durch großes Umsatzpotenzial, sondern vor allem durch einen problemlösungsorientierten Ansatz auszeichnet.

Wie verdient ihr Geld? Wir haben drei unterschiedliche Revenue Streams: Erstens produzieren wir, hauptsächlich in Riga, große Mengen an hochwertigem Video-Content. Zweitens die Showheroes Video-Plattform, die neben der Lizensierung redaktionell produzierter Content-Videos auch die passende Player Software, ein Video Asset Management und optional die Monetarisierung des dadurch entstandenen Inventars ermöglicht. Und drittens bieten wir Brands die Möglichkeit, ihre Ads im Rahmen von inhaltlich passendem, hochwertigen Video-Content in unseren Premium-Publisher-Netzwerken auszuspielen.

Vor welchen Herausforderungen steht ihr in den nächsten Monaten? Die größte Herausforderung besteht in der gleichmäßigen Skalierung unseres Geschäfts auf Demand- und Supply-Side. Wir sind gerade dabei, uns nachhaltig als Experte für Video-Strategien sowie Vermarkter mit herausragender Content-Expertise am Markt zu etablieren – das wollen wir weiter massiv vorantreiben. Und zuletzt möchten wir uns natürlich langfristig nicht auf den deutschen Markt beschränken, sondern sukzessive weitere Märkte erschließen.

Wie steht euer Unternehmen in fünf Jahren da? Wir haben die Vision, in den nächsten fünf Jahren in Deutschland der wichtigste Player am Markt zu sein, wenn es um Mobile First Video geht. Mittelfristig wollen wir aber nicht nur hier, sondern global die Video-Strategien von Medienhäusern und Brands unterstützen. Unser Ziel ist daher die regional gesteuerte Abdeckung der drei Kernzeitzonen: Gesamt-Amerika, EMEA und APAC. Hinter allem steht der Antrieb, in Zukunft eine wirklich gewichtige Rolle als Gegenpol zu den etablierten Media-Riesen Google, Facebook und Co. zu spielen, und das auf allen Kontinenten.

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