Start-up der Woche

Wie Agenturmatching Werbungtreibende und Agenturen vernetzen will

Agenturmachting-Co-Gründer Axel Roitzsch
© Agenturmatching
Agenturmachting-Co-Gründer Axel Roitzsch
Langwierige Suchen, aufwändige Pitches, veraltete Auswahlprozesse: Die Suche nach der passenden Agentur kann für Werbungtreibende ganz schön aufwändig sein. Jährlich kostet sie allein in Deutschland 1,1 Milliarden Euro, schätzt Axel Roitzsch. Der Mitgründer des Start-ups Agenturmatching will die Vernetzung von Werbungtreibendem und Agentur effizienter machen - und zwar mit Technologie. Unser Start-up der Woche.

Agenturmatching wurde 2015 von Sophie Schade und Axel Roitzsch in München gegründet. Das Unternehmen versteht sich als eine Art Tinder für die Werbebranche und vernetzt Werbungtreibende mit Agenturen mit der Hilfe eines Algorithmus'. Eigenen Angaben zufolge arbeiten die Münchner komplett unabhängig, stehen also nicht in den Diensten einzelner Agenturnetzwerke oder Konzerne. Mitgründer Roitzsch erklärt sein Start-up gegenüber HORIZONT Online.

"Agenturen werden teilweise wahllos angefragt."
Das Agenturmatching-Team
© Agenturmatching
Das Agenturmatching-Team

Eine Minute im Aufzug mit einem potenziellen Investor. Wie lautet euer Elevator Pitch? Die Suche nach dem passenden Agenturpartner kostet Agenturen und Unternehmen allein in Deutschland jährlich circa 1,1 Milliarden Euro. Ineffiziente Entscheidungsprozesse durch langwierige Suchen und aufwändige Pitches sind die Kostentreiber. Wir wollen den veralteten Auswahlprozess durch Matchings erneuern, nehmen Werbungtreibenden die Suche komplett ab und sorgen bei Agenturen für höchst qualifizierte Neukundenkontakte bei geringeren Kosten als zuvor.

Warum besteht Bedarf an eurem Produkt? Für Werbungtreibende existiert ein Überangebot an Agenturen, gleichzeitig sind die Leistungen kaum unterscheidbar. Die Entscheidungsfindung ist von großer Unsicherheit und Misstrauen geprägt - und kostet entsprechend viel Zeit. Wir dagegen liefern eine ideale Entscheidungsgrundlage, stellen die wenigen bestpassenden aus tausenden Agenturen vor - und das für alle Branchen und Disziplinen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen? Ich habe selbst in einer renommierten Agentur gearbeitet und miterlebt, welch aufwändige Prozesse hinter der Neukundengewinnung stehen, wie wahllos Agenturen teilweise angefragt werden und wie viel Zeit und kreative Energie der Mitarbeiter in ebensolche sehr undurchsichtige Anfragen gesteckt werden müssen. Hier mehr Klarheit und Effizienz zu etablieren ist eine Herzensangelegenheit.
Start-up der Woche
In der Rubrik "Start-up der Woche" stellen wir einmal in der Woche eine junge Firma vor, die mit innovativen Geschäftsideen einen Wirtschaftsbereich aufmischt. Die Start-ups werden subjektiv von der HORIZONT-Onlineredaktion ausgewählt.


Wie verdient ihr Geld? Für Auftraggeber ist unser Service kostenlos, sprich wir führen mit ihm ein Briefinggespräch, erstellen ein Briefing, führen die Agenturauswahl durch und analysieren die eingehenden Antworten der Agenturen. Die drei bis fünf bestpassenden Agenturen stellen wir dem Auftraggeber kostenlos vor. Agenturen können entscheiden, ob Sie in einer Free-Präsenz an Bord sein wollen oder für eine umfangreiche Präsenz, mit der sie sich umfassender darstellen können, monatlich bezahlen möchten. Außerdem erhalten wir für erfolgreich vermittelte Projekte Provision von der Agentur, die jeweils den Etat gewonnen hat. Die Höhe richtet sich nach der gebuchten Präsenz.

Vor welchen Herausforderungen steht ihr in den nächsten Monaten? Wir wollen weiter skalieren. Bisher lief ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag über unsere Plattform, dieser soll signifikant steigen. Zudem planen wir unseren Launch in neuen Ländern und arbeiten daran, zwei sehr spannenden institutionelle Kooperationspartner einzubinden. Es wird einiges passieren!

Wie steht euer Unternehmen in fünf Jahren da? Mit Sicherheit erfolgreich. Wir haben vor, auch andere Märkte, in denen komplexe Anbahnungsprozesse herrschen, aufzurollen und durch Matchings effizienter zu machen. Außerdem arbeiten wir seit letztem Jahr an Produktfeatures, die uns horizontal diversifizieren werden. Aus der Herzensangelegeneit wird eine Herzens-Produktpalette. ron




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