Start-up der Woche

So will Relemind dem Online-Werbemarkt zu mehr Qualität verhelfen

Heiko Beier, CEO Releimnd
© Relemind
Heiko Beier, CEO Releimnd
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Alles fing an mit einem Edeka-Werbemittel mit dem Claim "Nichts anbrennen lassen und heiße Preise gewinnen", das auf der Startseite von Bild.de die Nachricht "Athen brennt - 3 Tote" einrahmte. Daraufhin hat sich das Berliner Start-up Relemind zum Ziel gesetzt, die Aussteuerung von Online-Werbemitteln zu verbessern - mit einer eigens entwickelten Software. Unser Start-up der Woche.
Relemind verspricht Werbungtreibenden die Aussteuerung ihrer digitalen Werbemittel im richtigen Kontext - sodass sich Vorfälle wie der von Edeka nicht mehr wiederholen. Releminds Technologie ist laut Unternehmensangaben in der Lage, die Aussage, Bedeutung und Stimmung von Inhalten auf Publisherseiten zu erkennen und die Aussteuerung entsprechend zu lenken. CEO Heiko Beier erklärt sein Geschäftsmodell gegenüber HORIZONT Online.

"Keyword-basiertes Targeting ist stark fehlerbehaftet"

Eine Minute im Aufzug mit einem potenziellen Investor. Wie lautet euer Elevator Pitch? Mit unserer Cognitive-Targeting-Lösung matchen unsere Kunden ihre Online-Kampagnen mit dem aktuellen User-Interesse – GDPR- und E-Privacy-safe, da komplett ohne Einsatz von Cookies und Userdaten. Erste Piloten generierten Steigerungen von mehr als 300 Prozent bei den Klickraten der Werbebanner. Durch kampagnenspezifische contextuelle Brand Safety und Brand Fitting sorgen wir für Platzierungen in hoch relevanten Umfeldern – und damit für eine Minimierung von Streuverlusten, eine Maximierung von User-Engagement und am Ende auch für höhere Umsätze bei Vermarktern und Werbungtreibenden. Selbstverständlich können neben Display Advertising auch Mobile Advertising, Programmatic und mehr unterstützt werden.

Start-up der Woche
In der Rubrik "Start-up der Woche" stellen wir einmal in der Woche eine junge Firma vor, die mit innovativen Geschäftsideen einen Wirtschaftsbereich aufmischt. Die Start-ups werden subjektiv von der HORIZONT-Onlineredaktion ausgewählt.


Warum besteht Bedarf an eurem Produkt? Eine Bank ist nicht gleich eine Bank, Golf nun mal nicht gleich Golf und Running Equipment ist im Laufumfeld einfach besser aufgehoben als im IT-Bereich. Sie sehen: Keyword-basiertes Targeting ist stark fehlerbehaftet, Werbungtreibende erschließen damit weder neue Themen noch neue Zielgruppen. Userdaten-basiertes Targeting, auf dem gefühlt unendlich viele Technologien beruhen, steht dank DSGVO und E-Privacy auf der Kippe.

Haftbarkeit ist hier ein schönes Stichwort. Vermarkter bleiben dank domain- und kategoriebasierter Brand Safety auf viel Inventar sitzen. Und am Ende wissen wir alle, dass sich der User im Moment der Werbemittel-Anzeige nicht für Vergangenes, sondern genau für das Thema interessiert, mit dem er sich gerade beschäftigt, also für den Inhalt, den er just in dem Augenblick konsumiert. Den muss man kennen: seine Aussage und Bedeutung, seine Stimmung und damit inhaltlich verbundene Themenfelder. Genau das können wir.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen? Auslöser war ein Werbemittel von Edeka mit dem Claim "Nichts anbrennen lassen und heiße Preise gewinnen" und knusprig gegrillten Fleischstücken im Hintergrund, welches auf der Startseite von Bild.de die Nachricht "Athen brennt - 3 Tote" einrahmte. Werbungtreibende beklagten die Qualität der Auslieferungen und uns liefen tagtäglich so viele miserable Ad-Platzierungen und BadAds über den Weg, dass wir uns als Ziel gesetzt haben, dem Online-Werbemarkt wieder zu mehr Qualität zu verhelfen. Die technologische Basis, eine semantisch arbeitende Engine, hatten wir bereits und Einsatzmöglichkeiten gab es wie Sand am Meer. Also haben wir einfach losgelegt und nun ist unsere Lösung schon einige Jahre in den verschiedensten Anwendungsszenarien im Einsatz.

Wie verdient ihr Geld? Mit TKP-Aufschlägen für die Nutzung unserer Technologie, Aufruf-basierter Abrechnung und mit Revenue-Share Modellen.

Vor welchen Herausforderungen steht ihr in den nächsten Monaten? Der Markt schläft nicht - insbesondere im Hinblick auf die kommende E-Privacy-Verordnung. Wir müssen schnell sein und agil bleiben, was neue Features und Anwendungsszenarien angeht.

Wie steht euer Unternehmen in fünf Jahren da? Erfolgreich. International agierend. Vielfach abgekupfert.


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