Start-up der Woche

Dieses Start-up will das Nike des Reisens werden

Das Horizn-Studiios-Team bei der Arbeit
© Horizn Studios
Das Horizn-Studiios-Team bei der Arbeit
Wenn es um Reisegepäck geht, hat sich die Branche in den vergangenen Jahrzehnten so gut wie gar nicht verändert. "Die größte Innovation war, von 2 auf 4 Räder umzusteigen", sagt Stefan Holwe, CEO von Horizn Studios. Sein Start-up will das ändern - und zwar mit High-Tech-Koffern, speziell ausgerichtet auf die Bedürfnisse reisefreudiger Kreativer und Tech-Enthuasiasten. Das Gepäckstück ist mittlerweile vor allem in der jungen Zielgruppe heiß begehrt.

Das 2015 gegründete Unternehmen verkauft moderne Hartschalenkoffer, die beispielsweise mit einer Front-Tasche ausgestattet ist, die zur Aufnahme eines Notebooks, Smartphones und verschiedener kleiner Utensilien wie Ladegeräte in speziell dafür designten Reißverschluss-Fächern gedacht ist. Auf Wunsch kommt der Koffer auch mit einem GPS-Modul daher. Investoren scheint die Idee zu gefallen: Zu Beginn des Jahres bekamen die Gründer eine Finanzspritze in Höhe von mehreren Millionen Euro. Geldgeber sind unter anderem Project A Ventures und Vorwerk Ventures. Horizn-Studios-CEO Stefan Holwe erklärt sein Geschäftsmodell gegenüber HORIZONT Online wie folgt:

"Die Vision: ein digital getriebenes Nike of Travel."

Horizn-Studios-CEO Stefan Holwe
© Horizn Studios
Horizn-Studios-CEO Stefan Holwe
Eine Minute im Aufzug mit einem potenziellen Investor. Wie lautet euer Elevator Pitch? Horizn Studios ist innerhalb von drei Jahren zu Europas führender Reisegepäck-Marke für die nächste Generation geworden - mit einem disruptiven Online-First Ansatz. Die Vision: ein digital getriebenes Nike of Travel.


Warum besteht Bedarf an eurem Produkt? Unsere Kernzielgruppe sind Millennials der weltweiten Creative Class, die also zum Beispiel in Tech, Design, Media, Advertising, Fashion oder Music arbeiten. Passionierte Vielreisende, die in der digitalen Welt zu Hause sind und an eine neue, smarte Form des Luxus glauben: Smartes Design und smarte Features zu smarten Preisen.
Start-up der Woche
In der Rubrik "Start-up der Woche" stellen wir einmal in der Woche eine junge Firma vor, die mit innovativen Geschäftsideen einen Wirtschaftsbereich aufmischt. Die Start-ups werden subjektiv von der HORIZONT-Onlineredaktion ausgewählt.
Wie seid ihr auf die Idee gekommen? Beim Reisen. Ich war nicht immer zufrieden mit meinem damaligen Gepäck und habe nach einer innovativen Alternative gesucht. Die konnte ich nicht finden. Es gab weder eine attraktive Lifestyle-Marke für eine design-affine, junge Zielgruppe, noch einen sichtbaren Innovations-Treiber. Die größte Innovation, die die Branche in 30 Jahren auf den Markt gebracht hatte, war von 2 auf 4 Räder zu gehen. Das ist einfach nicht zeitgemäß. Unser Leben und das Reisen hat sich in den vergangenen 20 Jahren massiv verändert. Reisen ist ein integraler Bestandteil des Alltags vieler Menschen geworden (Demokratisierung des Reisens), und beinahe alle Bereiche unseres Lebens sind digitalisiert worden. Die Reisegepäck-Branche jedoch hatte sich kaum verändert. Auch die Online-Penetration des Marktes war extrem unterdurchschnittlich. Auf einer Dachterrasse in Marrakech haben wir entschieden, diese Lücke im Markt zu schließen. Und gemeinsam mit meinem Mitgründer Jan Roosen und einem mittlerweile 70-köpfigen Team aus über 30 Nationen treiben wir diese Idee heute weiter voran.

Wie verdient ihr Geld? Wir verkaufen Reisegepäck und Services, vornehmlich online und direkt an unsere Kunden. Und weil unsere Koffer eine extrem hohe Qualität haben - und in Realität tatsächlich noch viel besser aussehen als Online - bestellen die Kunden gern auch noch einen Backpack, Weekender, oder die passende Washbag dazu.


Vor welchen Herausforderungen steht ihr in den nächsten Monaten? Die größte Herausforderung ist, die hohe Nachfrage zu beantworten. Besonders durch unsere weltweiten, exklusiven Special Editions mit Soho House, BMW oder Seth Troxler erfreuen wir uns an einem guten Buzz in der urbanen Zielgruppe. Nun drängt der Handel. Nachdem wir uns 2018 entschieden haben, selektiv Partnerschaften mit einigen Premium-Händlern wie Selfridges, Mr. Porter oder Kadewe einzugehen, stehen die Telefone nicht mehr still. Ansonsten erleben wir natürlich die üblichen Herausforderungen wie jedes junge, schnell wachsende Unternehmen: wir vergrößern uns auf über 100 Mitarbeiter im kommenden Jahr und versuchen natürlich, nur die smartesten Talente zu finden sowie eine gesunde Kultur dabei zu halten.

Wie steht euer Unternehmen in fünf Jahren da? Das ist schwer vorherzusagen. Wenn es so weitergeht, sind wir unserer Vision in jedem Fall einen großen Schritt näher gekommen. 

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