Start-up der Woche

Deshalb ist Applike das Vorzeige-Start-up aus dem Hause Gruner + Jahr

Die beiden AppLike-Gründer Carlo Szelinsky (CTO) und Jonas Thiemann (CEO)
Gruner + Jahr
Die beiden AppLike-Gründer Carlo Szelinsky (CTO) und Jonas Thiemann (CEO)
Das Geschäftsmodell von AppLike ist schnell erklärt: Das Start-up aus dem Hause Gruner + Jahr analysiert das Nutzungsverhalten von Android-Usern, empfiehlt daraufhin passende Apps und erleichtert somit die Suche im Google Play Store. Und das Geschäft läuft offenbar gut - die Hamburger gelten als eines der am schnellsten wachsenden Adtech-Firmen Deutschlands. Unser Start-up der Woche.
Bei AppLike handelt es sich um ein Corporate-Start-up von Gruner + Jahr, das im Januar 2016 gelauncht wurde und eigenen Angaben zufolge bereits profitabel ist. Das 50-köpfige und besonders junge Team sitzt nicht im Verlagsgebäude am Baumwall sondern hat ein Büro auf der Schanze bezogen - inklusive Kickertisch, versteht sich. Die beiden Gründer Carlo Szelinsky (CTO) und Jonas Thiemann (CEO) erklären gegenüber HORIZONT Online, wie das Geschäftsmodell von AppLike im Detail funktioniert.
Start-up der Woche
In der Rubrik "Start-up der Woche" stellen wir einmal in der Woche eine junge Firma vor, die mit innovativen Geschäftsideen einen Wirtschaftsbereich aufmischt. Die Start-ups werden subjektiv von der HORIZONT-Onlineredaktion ausgewählt.

"Mit unserem ersten gemeinsamen Start-up Copay sind wir gnadenlos gescheitert"

Eine Minute im Aufzug mit einem potenziellen Investor. Wie lautet euer Elevator Pitch? Wir helfen App-Anbietern dabei, weltweit neue User zu akquirieren. Dafür betreiben wir eigene Discovery-Apps, wie zum Beispiel Fitplay, AppLike und Coinpop, die Usern auf Basis ihrer persönlichen Nutzungsgewohnheiten neue Apps vorschlagen. Wer diese Apps ausprobiert und verwendet, wird mit einer virtuellen Währung belohnt. AppLike selbst wiederum wird von den jeweiligen App-Publishern pro App-Install bezahlt. So ungefähr haben wir damals bei G+J CEO Julia Jäkel für AppLike gepitcht. Wie gut unsere Geschäftsidee tatsächlich funktionieren wird, wussten wir damals noch nicht. Inzwischen erreichen wir 20 Millionen Nutzer in 27 Ländern und wachsen das dritte Jahr in Folge dreistellig.

Warum besteht Bedarf an eurem Produkt? Smartphone-Nutzer lieben es, neue Apps und Spiele zu entdecken. Gleichzeitig sind App-Anbieter permanent auf der Suche nach neuen Nutzern und bereit, für die Akquise Geld zu bezahlen. Wir bringen User mit den Apps zusammen, die sie interessieren. Dazu arbeiten wir mit präzisen Targeting-Daten und Technologie-Lösungen, die wir eigens dafür entwickelt haben.



Wie seid ihr auf die Idee gekommen? Mit unserem ersten gemeinsamen Start-up Copay sind wir gnadenlos gescheitert. Die Idee zu AppLike hatten wir kurz darauf bei G+J. Wir haben überlegt, wie man mit technologiegetriebener Werbung auf dem Smartphone Geld verdienen könnte, daraus einen Prototypen entwickelt und die AppLike-Idee der Geschäftsführung vorgestellt. Außer Facebook und Google verfügen nur wenige Player im Markt über hochwertige Nutzerdaten bzw. die Erlaubnis, sie im Zuge der neuen Datenschutzrichtlinien nutzen zu dürfen. Wenn man aber seine Nutzer kennt, kann man ihnen Apps vorschlagen, die auch wirklich zu ihren Vorlieben passen – das funktioniert ähnlich wie bei den Produktvorschlägen von Amazon: "Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch...


Wie verdient ihr Geld? Wir verdienen über Cost per Install (CPI) Geld, das heißt: Für jede App Installation eine Nutzers werden wir vom jeweiligen App-Publisher bezahlt.

Vor welchen Herausforderungen steht ihr in den nächsten Monaten? Wir haben AppLike innerhalb kurzer Zeit in 27 Länder ausgerollt, dabei bleiben Wachstumsschmerzen nicht aus. In naher Zukunft wollen wir weiter wachsen, insbesondere im asiatischen Markt, und dafür muss auch das Team weiter wachsen. Wir suchen Experten in den Bereichen Software Entwicklung, Business Intelligence, Sales und Performance Marketing.
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