Soziales Netzwerk

US-Staatsanwälte hinterfragen Facebooks Umgang mit Impfgegnern

   Artikel anhören
Facebook steht weiter massiv in der Kritik
© IMAGO / Michael Weber
Facebook steht weiter massiv in der Kritik
Generalstaatsanwälte aus 14 US-Bundesstaaten wollen von Facebook wissen, ob prominente Impfgegner bei dem Online-Netzwerk von einer Sonderbehandlung profitiert haben. In einem am Donnerstag veröffentlichten Brief an Facebook-Chef Mark Zuckerberg beziehen sie sich auf Medienberichte, wonach das Online-Netzwerk für bekannte Nutzer Ausnahmen bei der Durchsetzung seiner Inhalte-Regeln gemacht hatte. Das System, das dies möglich gemacht haben soll, heißt Cross-Check und bringt Facebook schon seit Wochen Ärger.
Die Generalstaatsanwälte fragen nun, ob unter den prominenten Nutzern, für die es Ausnahmen bei Cross-Check gab, auch Impfgegner mit vielen Facebook-Abonnenten waren. Speziell interessieren sie sich für das sogenannte "Desinformations-Dutzend". Das sind die wenigen Personen, von denen nach Analysen ein Großteil der Falschinformationen über Corona-Impfstoffe in den USA verbreitet wurde.
Angelika Gifford Horizont Kongress 2021
© HORIZONT
Mehr zum Thema
Whistleblower-Skandal und Co

Facebook arbeitet weiter - an seiner Kommunikation

Geht es darum, wie Facebook Kritik und Krisen begegnen kann, scheint „Kommunikation“ eine – immer wieder – probate Antwort zu sein. Als Facebooks Europa-Chefin Angelika Gifford im Januar entsprechend konfrontiert wurde, antwortet sie, Facebook müsse „besser kommunizieren, wer wir sind, was wir machen und wofür wir stehen“. Zehn Monate später war dies in Frankfurt wieder ihre Replik.

Facebook betonte stets, dass das Online-Netzwerk konsequent gegen Falschinformationen über Corona-Impfstoffe vorgehe. Die Staatsanwälte verweisen auf Fälle, in denen Beiträge von Impfgegnern auf der Plattform geblieben seien - und wollen auch wissen, ob dabei finanzielle Überlegungen eine Rolle gespielt hätten.

Das nun umstrittene System mit dem Namen "Cross-Check" wurde laut Facebook eingeführt, um Fehler beim Entfernen von Inhalten zu vermeiden. Dabei werden solche Entscheidungen in einigen Fällen einer zweiten Prüfung unterzogen - zum Beispiel um zusätzlichen Kontext oder andere Faktoren wie Nachrichtenwert zu berücksichtigen. dpa
    stats