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Snapchat öffnet sich Drittanbietern und startet neues Werbe-Netzwerk

Snapchat zündet ein News-Feuerwerk
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Snapchat zündet ein News-Feuerwerk
Der Kopierwahn von Mark Zuckerberg macht Snapchat seit mehr als zwei Jahren schwer zu schaffen: Die von Snapchat erfundenen und bei Nutzern so beliebten Stories finden sich mittlerweile auf Facebook, Instagram, dem Facebook Messenger und auch auf Whatsapp wieder. Jetzt tritt die App mit dem Geist die Flucht nach vorne an und integriert ihre Stories-Funktion freiwillig in die Apps von Drittanbietern. Zum Start dabei ist unter anderem Tinder.
Snapchat-Nutzer haben künftig die Möglichkeit, aus der Snapchat-App heraus ihre Bilder und Videos direkt in ihrem Tinder-Profil hochzuladen - vorausgesetzt, der Nutzer ist bei Tinder angemeldet und hat die App heruntergeladen. Auch die App Houseparty, die vor allem in den USA bei jungen Nutzern beliebt ist und gar als potenzieller Snapchat-Konkurrent wahrgenommen wird, bietet dieses Feature an. Eine entsprechende Entwickler-Schnittstelle hat Snapchat gestern auf seinem Partner-Summit in Los Angeles präsentiert (siehe Video unten).
Auf dem Partner Summit stellte der Mutterkonzern Snap, der sich zuletzt an der Börse wieder etwas gefangen hat, auch ein sogenanntes Audience Network vor, mit dem das Unternehmen die Werbeindustrie locken will. Mithilfe des neuen Audience Networks haben Werbungtreibende nämlich die Möglichkeit, Snapchat-Nutzer auch außerhalb der Snapchat-App zu erreichen, weil Anzeigen nun auch auf den Partner-Apps ausgespielt werden.


Snap arbeitet laut Adage gerade daran, so viele Apps wie möglich für sein Audience Network zu rekrutieren, ansonsten gibt sich das Unternehmen bei diesem Thema relativ bedeckt. Gegenüber dem US-Magazin äußert sich Brain Wieser, Global President of Business Intelligence bei GroupM, recht zuversichtlich zu den Plänen. Für den Fall, dass Snap die nötige Transparenz wahre und den Werbungtreibenden mitteile, wo ihre Anzeigen ausgespielt würden, sagt Wieser dem Netzwerk eine erfolgreiche Zukunft voraus. Snap selbst werde erst eigenes Inventar füllen und dann die Partner mit Anzeigen versorgen.

Eine weitere Neuerung, die gestern vorgestellt wurde, zeigt, wie sehr Snapchat den Schulterschluss mit anderen Apps sucht: Nutzer können künftig aus Drittanbieter-Apps auf direktem Wege in ihre Snapchat-App posten. Zum Start dieser Funktion dabei sind unter anderem GoFundMe, Anchor und Netflix (aktuell nur auf iOS). Bei Letzterem ist ab sofort etwa möglich, Serien und Filme mit einem Klick in die eigene Snapchat Story zu packen.


Eine weitere Ankündigung auf dem Partner Summit von Snap betrifft das Thema Augmented Reality. Eine neue Erweiterung namens "Scan" erlaubt es Nutzern künftig mit ihrer Snapchat-Kamera zahlreiche Objekte im realen Leben zu scannen und Informationen abzurufen. Hält der Nutzer etwa die Kamera über ein paar Schuhe, wird im Display der Preis und ein Link zum Amazon-Shop angezeigt. Die Technologie erlaubt auch das Scannen von Musik (durch eine Partnerschaft mit Shazam) und das Lösen von Mathe-Gleichungen (siehe Video unten). ron 


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