Smart Speaker

Fast jeder zweite Deutsche geht mit Alexa ins Bett

Noch nicht sonderlich verbreitet: Apples HomePod
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Noch nicht sonderlich verbreitet: Apples HomePod
Smarte Lautsprechersysteme gehören ohne Zweifel zu den Lieblings-Gadgets der Deutschen. Bereits 2018 hat sich die Anzahl der Nutzer in Deutschland auf 8,6 Millionen verdoppelt. Tendenz weiter steigend. Eine aktuelle Studie der Berliner Agentur Beyto legt nun offen, wie genau Speaker wie Amazon Echo, Google Home und Apple Homepod genutzt werden - und wo. Dabei zeigt sich: Wer die Vorzüge eines Smart Speakers für sich entdeckt hat, der will darauf nicht mehr verzichten. Nirgends!

Für ihre Studie hat die Digitalagentur Beyto von Ende März bis Mitte April 2019 insgesamt 1.500 Deutsche ab 18 Jahren befragt. Davon gaben 933 Teilnehmer an, mindestens einen sprachgesteuerten Assistenten zu besitzen. Diese Personengruppe wurde dann im Hinblick auf verschiedene Nutzungsmuster eingehender befragt.



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Die Studie zeigt, dass Amazon längst nicht nur den deutschen Handel beherrscht. Auch im Smart-Speaker-Markt hat der Konzern die Konkurrenz teils meilenweit abgehängt. Der Mini-Speaker Amazon Echo Dot ist mit einem Anteil von 55,7 Prozent die klare Nummer 1. Auch den großen Bruder Amazon Echo hat fast jeder zweite Smart-Speaker-Nutzer im Einsatz. Der Amazon Echo Show kommt immerhin auf einen Anteil von 9,1 Prozent, wobei Mehrfachnennungen erlaubt waren. Unter dem Strich besitzen drei Viertel der Befragten mindestens ein Smart-Speaker-Modell von Amazon. Google gelingt mit dem Home Mini (19,7 Prozent) ein Achtungserfolg. Apple dagegen läuft dem Marktführer meilenweit hinterher. Nur 4,8 Prozent der Nutzer haben einen Homepod zuhause stehen. 

Die beliebtesten Smart Speaker der Deutschen*

Quelle: Beyto / Frage: Welche(n) Smart Speaker benutzen Sie? (Mehrfachantworten waren möglich)
Für ihre Besitzer sind Smart Speaker deutlich mehr als ein schickes Accessoire. Satte 82 Prozent der Befragten geben an, die sprachgesteuerte Assistenz täglich einzusetzen. Diese hohe Nutzungsintensität findet offenbar in mehr als einem Raum statt – denn über 60 Prozent der Befragten besitzen mindestens zwei Smart Speaker, jeder fünfte Nutzer sogar vier und mehr Geräte.


Etwas ambivlent sind die Befragten beim Thema Privatsphäre. Zwar sieht mehr als jeder fünfte ein hohes oder erhöhtes Risiko für die Privatsphäre – und immerhin 35 Prozent der Besitzer halten die Geräte noch für ein mittleres Risiko. Angesichts der hohen Nutzungsintensität deutet vieles darauf hin, dass die Nutzer das Risiko hinnehmen - oder verdrängen. Auch die Einsatzorte von Smart Speakern zeigen, dass die Deutschen bei der Nutzung der Assistenten nicht gerade Vorsicht walten lassen. So gibt fast jeder zweite Nutzer (44 Prozent) an, einen Smart Speaker im Schlafzimmer installiert zu haben. Auch Badezimmer (21 Prozent) und sogar Kinderzimmer (10 Prozent) werden mit den Geräten ausgestattet.

Bemerkenswert ist, dass die in den Smart Speakern integrierten Assistenten wie Alexa, Siri und Co für Einkäufe bislang nicht genutzt werden. 87 Prozent der Befragten haben noch nie mit Hilfe von Sprachsteuerung eingekauft. Und die meisten von ihnen - nämlich 64 Prozent - sagen sogar, dass diese Art Shopping für sie nicht in Frage kommt. Die natürlichste Funktion der Speaker - nämlich das Musikhören - wird dagegen von den Nutzern sehr häufig in Anspruch genommen. Mehr als 60 Prozent aktivieren über Alexa und Co ihren Streamingdienst. Knapp 60 Prozent nutzen die Speaker zur Steuerung von Smart-Home-Systemen, rund 50 Prozent um Fragen zu stellen.

Glaubt man der Beyto-Studie, dann wird Boom von Smart Speakern noch lange anhalten. Von den Befragten, die noch keinen Smart Speaker besitzen, planen 8 Prozent bereits den Kauf. Weitere 48 Prozent können sich dies zumindest vorstellen. mas

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