Smart-Mirror

Dieses Ingolstädter Start-up vermarktet Werbung im Spiegel

Der VfL Wolfsburg setzt Smart-Mirrors in der Volkswagen Arena ein.
© Mirrads
Der VfL Wolfsburg setzt Smart-Mirrors in der Volkswagen Arena ein.
Das Ingolstädter Start-up Mirrads widmet sich einem ganz neuen Werbekanal: dem Spiegel. Das Unternehmen vermietet Werbeflächen auf sogenannten Smart-Mirrors. Das sind spezielle Spiegel, in denen Displays integriert sind, die einen Hologramm-Effekt erzeugen. Der VfL Wolfsburg hat seine Heimspielstätte bereits mit der Technologie von Mirrads ausgestattet und zeigt seinen Fans nun Werbung beim Händewaschen. Unser Start-up der Woche.

Mit Beginn der aktuellen Bundesligasaison hat der VfL Wolfsburg den Logen- und Businessbereich der Volkswagen Arena mit den Smart-Mirrors von Mirrads ausgestattet. Der VfL vertreibt die Spiegel-Flächen nun an seine Partner und Sponsoren. Mittlerweile hängen die Tech-Spiegel auch in zahlreichen Ingolstädter Bars, Clubs, Restaurants und Freizeitzentren. Gegründet wurde Mirrads Anfang 2017 von den drei Studenten und Freunden Peter Stahr, Markus Seitle und Andreas Kerscher. CEO Stahr erklärt sein Unternehmen gegenüber HORIZONT Online wie folgt:

"Es ist nahezu unmöglich, die Inhalte nicht wahrzunehmen"

Die Mirrads-Gründer Andreas Kerscher, Markus Seitle und Peter Stahr
© Mirrads
Die Mirrads-Gründer Andreas Kerscher, Markus Seitle und Peter Stahr
Eine Minute im Aufzug mit einem potenziellen Investor. Wie lautet euer Elevator Pitch? Mirrads entwickelt maßgeschneiderte Smart-Mirror-Lösungen als effektives Kommunikationsmedium für verschiedenste Anwendungsfälle. Unsere Spiegel ermöglichen hologrammartige Darstellungen im Spiegelbild und schaffen so hochwertige Displayflächen, zum Beispiel im Sanitärbereich. Sie erzeugen eine extrem hohe Aufmerksamkeit und eignen sich neben klassischer Werbung beispielsweise auch für die interne Unternehmenskommunikation. Die Verwaltung der Inhalte erfolgt über ein zentrales Content-Management-System.

Warum besteht Bedarf an eurem Produkt? Mit unserer Werbeform erreichen wir Menschen in einem Moment der ungeteilten Aufmerksamkeit. Es ist nahezu unmöglich, die dargestellten Inhalte beispielsweise beim Händewaschen nicht wahrzunehmen. Zudem können wir bei Werbebuchungen neben der herkömmlichen Geschlechtertrennung die erreichten Zielgruppen über die Location sehr genau eingrenzen. Möchte man etwa Stellenanzeigen für Studenten platzieren, gibt es nahezu kein effektiveres Mittel als einen unserer Spiegel an einer Hochschule oder Universität zu nutzen.
Wie seid ihr auf die Idee gekommen? Das Ganze ist im Rahmen unseres Studiums an der Technischen Hochschule Ingolstadt entstanden. In dem Wahlfach "Innovationsmanagement" sollten wir anhand eines Design-Thinking-Prozesses neue und innovative Produkte entwickeln. Die dabei entstandene Idee hat sich schnell weiterentwickelt, sodass wir uns dazu entschlossen, sie im Rahmen eines Wettbewerbs anhand eines Prototyps in der Realität zu testen. Diesen Wettbewerb haben wir dann auch gewonnen und darüber hinaus extrem positives Feedback aus dem Markt erhalten. Von da an ging alles eigentlich total schnell: Wir haben Produkt und Geschäftsmodell ständig weiterentwickelt, das Vertrauen weiterer Kunden gewonnen und wurden im April mit dem Ingolstädter Gründerpreis ausgezeichnet.
Start-up der Woche
In der Rubrik "Start-up der Woche" stellen wir einmal in der Woche eine junge Firma vor, die mit innovativen Geschäftsideen einen Wirtschaftsbereich aufmischt. Die Start-ups werden subjektiv von der HORIZONT-Onlineredaktion ausgewählt.


Wie verdient ihr Geld? Neben dem klassischen Verkauf unserer Smart-Mirror verdienen wir auch an den Softwarelizenzen für die Verwaltung, sowie Wartungs- bzw. Betriebsleistungen. Zudem besitzen wir auch eigene Spiegel in verschiedensten Locations im Raum Ingolstadt. Auf diesen vermieten wir überwiegend Werbeflächen für Event-, Produkt- & Personalmarketing.

Vor welchen Herausforderungen steht ihr in den nächsten Monaten? Vor kurzem konnten wir den VfL Wolfsburg von unserer Technologie überzeugen und den kompletten Logen- und Businessbereich der Volkswagen Arena in Wolfsburg mit unseren Spiegeln ausstatten. Das war der nächste große Meilenstein für uns. Wir wollen uns auf diesem Erfolg nicht ausruhen und sind aktuell auf der Suche nach weiteren Referenzkunden sowie Vertriebspartnern in der Hotel- und Messebranche, um weitere Use-Cases aufzuzeigen. Zudem arbeiten wir natürlich an der Weiterentwicklung unserer Smart-Mirror: aktuell an der Integration von Sensoren, um die tatsächlich erzielten Werbekontakte messbar und somit transparent machen zu können.

Wie steht euer Unternehmen in fünf Jahren da? In fünf Jahren wollen wir europaweit der führende Anbieter für OOH-Smart-Mirror Lösungen sein. Zudem wollen wir Deutschlandweit die bedeutendsten Stadien, Arenen und Messen mit unserer Technologie ausstatten und unser Netzwerk an eigenen Werbeflächen in allen deutschen Großstädten etablieren. Aktuell müssen wir der Mehrheit unserer Kunden noch erklären was Smart-Mirror sind. In fünf Jahren sollen unsere Spiegel jedem ein Begriff sein.




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