Satoshipay

Dieses Start-up will Mikro-Transaktionen via Blockchain etablieren

Das Satoshipay-Team
© Satoshipay
Das Satoshipay-Team
Wenn ein Nutzer einen redaktionellen Beitrag im Netz kaufen möchte, der sich hinter einer Bezahlschranke verbirgt, sind die gängigen Bezahlverfahren oft viel zu kompliziert. Abgefragt werden dann Adresse, Name und viele weitere Informationen. Das Start-up Satoshipay will das ändern - und Mikro-Transaktionen etablieren, für die nur ein einziger Klick notwendig ist. Und zwar mit der Hilfe der Blockchain. Unser Start-up der Woche.

Das 2014 gegründet Unternehmen mit Sitz in Berlin und London hat sich Micropayments als Monetarisierungswerkzeug für Online Content spezialisiert. Egal ob Videos, Musik, Blogs oder Onlinejournalisums: Jede Art von Content im Netz soll mit der Satoshipay-Lösung mit einem Preisschild versehen, und mit einem Click für Centbeträge gekauft werden können. Der Axel-Springer-Verlag nutzt die Zahlungsmethode bereits und hat sich an dem Unternehmen auch beteiligt. Für seine Idee hat Satoshipay-CEO Meinhard Benn Kapital von renommierten Investoren aus London eingesammelt, unter anderem von Blue Star Capital. Gegenüber HORIZONT Online erklärt er das Geschäftsmodell:

"Zeitungsverlage sollten, ähnlich wie Amazon, viel nutzerzentrierter denken"

Satoshipay-CEO Meinhard Benn
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Satoshipay-CEO Meinhard Benn
Eine Minute im Aufzug mit einem potenziellen Investor. Wie lautet euer Elevator-Pitch? Wir bringen mit Satoshipay das Prinzip von Kleingeld ins Internet. Damit machen wir es Nutzern so leicht wie möglich, digitale Inhalte wie Artikel, Videos oder PDF-Dateien zu kaufen. Für Händler machen wir den Verkauf von Online-Content zudem sicherer und kostengünstiger.


Warum besteht Bedarf an eurem Produkt/euren Produkten? Traditionelle Zahlungsdienstleister sind vor allem aus zwei Gründen ungeeignet für den Verkauf von digitalen Inhalten. Erstens: Paypal & Co sind für den physischen Güteraustausch optimiert. Das funktioniert gut, wenn man sich beispielsweise einen Pullover für 50 Euro bestellt und sowieso etliche Adress- und Namensfelder ausfüllen muss. Wenn man aber lediglich einen Artikel erwerben möchte, der sich hinter einer Bezahlschranke verbirgt, ist solch ein Bezahlverfahren viel zu kompliziert. Nutzer sollten auch in der Lage sein, mit einem Klick beispielsweise 50 Cent bezahlen zu können.

Das zweite Problem: Die Gebühren der traditionellen Zahlungsdienstleister sind nicht für Kleinstbeträge ausgerichtet. Aus Verlagsperspektive ist es höchst unwirtschaftlich, einen Artikel einzeln für 50 Cent zu verkaufen, da der Zahlungsdienstleister sich wegen der Gebührenstruktur bei kleinen Beträgen den Löwenanteil der Verkaufssumme schnappt. Satoshipay hingegen nimmt eine feste Gebühr von 10 Prozent des Kaufpreises. Diese niedrigeren Gebühren sind möglich, weil wir die Transaktionen auf einer Blockchain und nicht über klassische Bankeninfrastruktur abwickeln.
Start-up der Woche
In der Rubrik "Start-up der Woche" stellen wir einmal in der Woche eine junge Firma vor, die mit innovativen Geschäftsideen einen Wirtschaftsbereich aufmischt. Die Start-ups werden subjektiv von der HORIZONT-Onlineredaktion ausgewählt.
Wie verdient ihr Geld? Wie alle Zahlungsdienstleister verdienen auch wir an den Transaktionsgebühren. Wenn ein Konsument einen Händler bezahlt, egal ob im Internet oder im Laden an der Kasse, ziehen Zahlungsdienstleister eine kleine Gebühr als Provision für die Dienstleistung von der Transaktionssumme ab.


Vor welchen Herausforderungen steht ihr in den nächsten Monaten? Nachdem wir uns die letzten Jahre voll darauf fokussiert haben, unsere Blockchain-basierte Zahlungsinfrastruktur fertigzustellen, erschließen wir uns jetzt den Markt. In den nächsten Monaten geht es darum, möglichst viele kommerzielle Partnerschaften abzuschließen, damit Nutzer die Vorzüge eines One-Click Bezahlverfahrens kennenlernen können. Wir hören immer wieder von den Leuten, dass sie Abos sehr lästig finden. Zeitungsverlage sollten, ähnlich wie Amazon, viel nutzerzentrierter denken und auch den Kauf einzelner Artikel ermöglichen.

Wie steht euer Unternehmen in fünf Jahren da? Satoshipay steht für schnelle, günstige und globale Zahlungen. Die Technologie, die wir nutzen ist flexibel einsetzbar. Kleinstzahlungen für digitale Inhalte ist nur unsere erste Anwendung, weitere werden bald dazukommen. Ein Bereich, den wir uns beispielsweise gerade anschauen, ist der grenzüberschreitende Geldtransfer. Heute ist es leider noch viel zu teuer, Geld in Länder wie Nigeria oder Ghana zu schicken. Für international agierende Marktplätze wie Airbnb oder Fiverr ist es extrem schwierig und teuer, Kunden in diesen Ländern auszuzahlen. Hier kann unsere Technologie Abhilfe schaffen. 

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