Richard Harless

Shazams Deutschlandchef nimmt seinen Hut / Berliner Büro geschlossen

Richard Harless bei der Eröffnung des Shazam-Büros in Berlin.
© Robert Lehmann
Richard Harless bei der Eröffnung des Shazam-Büros in Berlin.
Anderthalb Jahre nachdem Shazam in Berlin sein erstes deutsches Büro eröffnet hat, kündigt Deutschlandchef Richard Harless nun auf Linkedin seinen Abschied an. Aus Branchenkreisen ist zu hören, dass das Berliner Büro sogar komplett dicht gemacht wurde. Nachdem Apple den Musikerkennungsdienst übernahm und ihn nun werbefrei macht, besteht schlichtweg kein Bedarf mehr an Shazams Sales-Truppe.

"Der heutige Tag markiert das Ende einer erstaunlichen 3,5-jährigen Reise mit Shazam. Es war ein wunderbares Privileg, mit so vielen erstaunlichen Menschen zu arbeiten und beim Aufbau der Marke Shazam in Deutschland zu helfen", schreibt Harless am Freitagabend auf Linkedin. Über die Gründe seines Ausscheidens macht der Manager keine Angaben. Auch wohin es ihn nun zieht, ist unbekannt. Eine Anfrage von HORIZONT Online blieb bislang unbeantwortet.



Im Juni 2017 eröffnete Harless zusammen mit fünf Mitarbeitern in der Berliner Münzstraße, in unmittelbarer Nähe zu großen Werbungtreibenden wie Adidas und L’Oréal, die erste Dependance von Shazam in Kontinentaleuropa. Die Mission: Bei deutschen Werbekunden für die Musikerkennungsapp trommeln. Entstanden waren daraufhin aufmerksamkeitsstarke Augmented-Reality-Arbeiten - etwa mit Viessmann, Porsche, Lufthansa und Active O2.

Doch mit der milliardenschweren Übernahme von Shazam durch Apple, der die Wettbewerbshüter Anfang September zugestimmt haben, ändern sich nun die Vorzeichen. Der Tech-Gigant aus Cupertino hat nämlich angekündigt, die App werbefrei zu machen. Shazams bisheriges Geschäftsmodell, nämlich eine Mischung aus Werbeanzeigen und Geschäften mit Musikdiensten, ist somit quasi nicht mehr existent.


Nach Informationen von HORIZONT Online ist das Berliner Büro in der Münzstraße mittlerweile geschlossen. Ob die Mitarbeiter, die sich dort vor allem um den Kontakt mit Werbe- und Mediaagenturen, Musiklabels und Programmatic-Targeting-Kunden gekümmert haben, derweil eine andere Anstellung bei Shazam oder innerhalb Apples bekommen haben, ist nicht klar. Apple hat auf eine Nachfrage noch nicht reagiert. ron

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