PwC-Studie

Deutsche Verbraucher verlieren Skepsis bei mobilen Bezahldiensten

Immer mehr deutsche Verbraucher zahlen mit ihrem Smartphone
© Mastercard
Immer mehr deutsche Verbraucher zahlen mit ihrem Smartphone
Wenn es um das Bezahlen via Smartphone geht, scheinen die deutschen Verbraucher ihre anfängliche Skepsis ein Stück weit verloren zu haben. Diesen Schluss lassen zumindest die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens PwC zu. Denn allen Unkenrufen zum Trotz ist Mobile Payment in Teilen der Gesellschaft offenbar weit verbreitet. Die jungen Verbraucher geben dabei den Weg vor.

Laut PwC mache sich die Technologie vor allem in den jungen Bevölkerungsschichten breit. Fast jeder Zweite unter 30 Jahren hat demnach mindestens einmal mit seinem Smartphone an der Kasse bezahlt. Der Anteil der Mobil-Bezahler quer durch alle Altersgruppen liegt aktuell bei 25 Prozent. Die Ergebnisse verleiten die Studienmacher zu einem gewagten Fazit: "Das Bezahlen per Smartphone setzt sich auch in Deutschland durch."



Die Ergebnisse widersprechen zum Teil denen des Internetverbands Eco, der erst vor einem Monat eine ähnliche Studie veröffentlichte und darin herausfand, dass hierzulande nur eine Minderheit mit mobilen Geräten bezahlt. Nur 5,5 Prozent der Deutschen bezahlt demnach regelmäßig mit dem Smartphone oder der Smartwatch an der Ladenkasse. Vom großen Durchbruch des modernen Zahlunsgverkehrs kann der Eco-Studie zufolge also nicht die Rede sein.

Laut PwC ist die Situation allerdings keineswegs so düster: Vor allem die jungen Verbraucher würden bei dieser Entwicklung den Weg vorgeben. 69 Prozent der 18- bis 29-Jährigen möchten in Zukunft sogar regelmäßig Mobile Payment nutzen, heißt es. Bei den über 60-Jährigen sind es nur 10 Prozent. Immerhin vier von zehn Bundesbürgern können sich sogar vorstellen, künftig ausschließlich per Smartphone zu zahlen – sofern die Methode sicher und überall akzeptiert ist. "Die klassischen Zahlungswege wie Bargeld und EC-Karte werden in Deutschland aber auch in fünf Jahren noch vertreten sein", sagt PwC-Partner Nikolas Beutin.


Welche Mobile-Payment-Dienste am häufigsten genutzt werden, hat PwC zwar nicht konkret abgefragt, allerdings scheinen die Dienste von großen Tech-Unternehmen beliebter zu sein, als die von klassischen Finanzhäusern. Mehr als die Hälfte der Deutschen nutzt demnach gern digitale Produkte von Unternehmen wie Google, Apple, Facebook oder Amazon, weil diese als innovativ wahrgenommen werden. Jeder Zweite findet es gut, wenn Tech-Unternehmen mit neuen Zahlungsmethoden einen unkomplizierten und schnellen Zahlungsverkehr ermöglichen.

Allerdings vertrauen die Deutschen Apple und Co weit weniger als ihren Hausbanken. 78 Prozent würden den Banken und Sparkassen personenbezogene Daten anvertrauen, PayPal vertrauen immerhin 65 Prozent. Bei den großen Tech-Firmen liegen diese Werte jedoch deutlich niedriger (Amazon: 51 Prozent, Google: 35 Prozent, Apple: 29 Prozent, Facebook: 16 Prozent). "Banken genießen noch immer einen hohen Vertrauensvorschuss, gerade bei den Älteren", so PwC-Manager Maximilian Harmsen. ron

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