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Tech-Start-up Fiverr zieht nach Deutschlandstart positives Zwischenfazit

Fiverr trommelt in den USA mit einer großen Kampagne für seinen Online-Marktplatz
© Fiverr
Fiverr trommelt in den USA mit einer großen Kampagne für seinen Online-Marktplatz
Das israelische Start-up Fiverr ging mit seinem Online-Marktplatz, über den Freiberufler Firmen ihre digitalen und kreativen Dienstleistungen anbieten können, im November auch hierzulande an den Start. In Zeiten des Fachkräftemangels sicherlich ein sinnvoller Schritt. Gegenüber HORIZONT Online zieht das Unternehmen ein erstes positives Fazit. Man sei knapp zwei Monate nach dem Deutschlandstart zufrieden mit der Resonanz und der Entwicklung der Nutzerzahlen. Jetzt wird über lokale Marketingaktivitäten nachgedacht.
Fiverr bezeichnet sich selbst als weltweit größten Marktplatz für digitale Dienstleistungen. Freiberufler können für einen Startpreis ab fünf Euro dort ihre Dienstleistungen anbieten. Auch Größen wie der Grafik-Designer Rob Janoff, der einst das Apple-Logo entworfen hat, zählt zu den Anbietern. Der Online-Marktplatz bietet mehr als 200 Kategorien, von günstigen Übersetzungen und Logo-Designs bis hin zu umfangreichen App-Entwicklungen, Marktanalysen oder Beratungsdienstleistungen - und kassiert bei jeder Vermittlung eine Provision.


Deutschlandchef Falko Kremp, der im November mit vier Mitarbeitern ein Büro in Berlin bezog, zieht gegenüber HORIZONT Online ein erstes Fazit. "Die Resonanz ist groß", sagt Kremp, nennt allerdings keine konkreten Zahlen. Zum Start kommunizierte das Start-up 130.000 deutsche Nutzer. Mittlerweile sind es deutlich mehr, heißt es. Beispielsweise suchen viele deutsche Agenturen (die allerdings nicht genannt werden wollen) nach passenden Freiberuflern. Von Unternehmensseite nutzen die Plattform hierzulande insbesondere Tech-Riesen wie Facebook, Google, Netflix und Paypal.

Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels gestaltet sich die Suche nach Digital- und Kreativexperten in Deutschland sowohl für Großunternehmen als auch für KMUs und Start-ups immer schwieriger, sagt Kremp. Fiverr, dessen Berliner Büro die erste europäische Niederlassung außerhalb des Stammsitzes in Tel Aviv ist, betrachtet sich in diesem Kontext als eine Art Rettungsanker. Weltweit werden auf der Plattform rund 10 Millionen Dienstleistungen angeboten.


Nachgefragt werden in Deutschland zum größten Teil Dienstleistungen rund um die Themen Grafik-Design, Illustrationen, Video-Produktion, Programmierung und Datenanylse, sagt Kremp. Damit ähnelt der deutsche Markt dem US-amerikanischen - dem wichtigsten Markt für Fiverr. Eine Besonderheit: Da die Online-Plattform global ausgerichtet ist, sind in Deutschland Übersetzungarbeiten überdurchschnittlich häufig gefragt.
Für die kommenden Monate hat sich Fiverr auf die Fahnen geschrieben, das Marketing in Deutschland zu intensivieren. Zum einen veranstaltet das Unternehmen in Hamburg und Berlin Events zu bestimmten Themen wie etwa Video-Produktion, um passende Freiberufler fortzubilden und besser miteinander zu vernetzen. Zum anderen ist Fiverr gerade dabei, die vor einer Woche angelaufene globale Kampagne (siehe oben; Agentur: Mekanism) für den hiesigen Markt anzupassen. Eine Agentur ist dafür nicht beauftragt worde, das Projekt wird inhouse entwickelt. In Planung sind zudem Erklärvideos auf Deutsch, lokale Inhalte für soziale Medien und die Einführung neuer Bezahlmethoden. ron
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