Partnerschaft

Apple verbündet sich für Musikstreamingdienst mit Porsche

Porsche bringt Apples Musikstreamingdienst ins Auto
© Porsche
Porsche bringt Apples Musikstreamingdienst ins Auto
Apple hat sich für seinen Musikstreamingdienst mit Porsche verbündet. Um die Nutzerzahlen von Apple Music zu erhöhen, verbaut die Volkswagen-Tochter den Dienst künftig als erster Hersteller serienmäßig in ihren neuen Elektroflitzer Taycan. Das Smartphone wird dann als zentrale Abspielstation nicht mehr benötigt. Um im hart umkämpften Musikstreamingdienst zu reüssieren, hat es Apple schon seit längerem auf das vernetzte Auto abgesehen.
Der Taycan ist für Porsche nach dem 911 wohl die wichtigste Neuentwicklung. Der elektronisch angetriebene Flitzer soll Anfang September offiziell auf der Automobilmesse IAA in Frankfurt vorgestellt werden und dem Unternehmen nicht weniger als den Weg in das E-Zeitalter ebnen. Die Werbetrommel für den Wagen hat das Unternehmen schon seit Wochen angeschmissen - und fährt unter anderem mit dem Prototypen quer durch die Republik. Jetzt gibt es nun erstmals Hinweise dazu, mit welcher Technik das Interieur des Flitzers ausgestattet sein wird - zur Freude aller Musikfans.


Als erster Wagen überhaupt hat der Porsche Taycan nämlich den Musikstreamingdienst Apple Musik serienmäßig integriert. Heißt: Um Musik über Apple Music zu streamen, muss der Fahrer nicht mehr sein Smartphone mit dem Wagen vernetzen, sondern kann über den Touchscreen oder per Sprachbefehl direkt auf die Musik-Datenbank des Streamingdienstes zugreifen. Das geht, weil der Taycan über eine eigene Mobilfunkverbindung verfügt.

Dieses sogenannte In-Car-Internet ist für Taycan-Fahrer drei Jahre lang kostenlos, inklusive Roaming im Ausland. Auch die Abo-Kosten für Apple Music in Höhe von zehn Euro im Monat bekommen die Porsche-Kunden das erste halbe Jahr geschenkt. Danach müssen sie allerdings zahlen. Für jemanden, der sich einen solchen knapp 100.000 Euro teuren Sportwagen in die Garage stellen möchte, sollte das allerdings keine finanzielle Belastung darstellen.


Der Fit zwischen den beiden Marken ist auf jeden Fall gegeben: Laut Nordamerika-CEO Klaus Zellmer sind 80 Prozent aller Porsche-Fahrer auch iPhone-Besitzer. Zudem setzen beiden Unternehmen auf ein in sich geschlossenes System - Porsche unterstützt beispielsweise nicht das auf Open-Source basierende System Android Auto, den Konkurrenten zu Apple CarPlay. Ob Apple seine Musikstreaming-Partnerschaft auch auf andere Marken im VW-Konzern ausweiten möchte, ist bislang noch unklar. Mit den Wolfsburgern unterhält der Tech-Gigant seit 2018 bereits eine Vertriebskooperation. Seitdem bekommen Kunden in Europa, die einen neuen Volkswagen mit der iPhone-Schnittstelle CarPlay erwerben, bis zu sechs Monate kostenfreien Zugang zu Apple Music.

Für Apple könnten sich die Bemühungen um eine Präsenz im Auto der Zukunft durchaus lohnen. Immerhin avanciert der vernetzte Wagen immer mehr zu einer Art Smartphone auf vier Rädern. Im nächsten Jahr soll der Weltmarkt für mit Connected Cars verbundene Technologien und Dienstleistungen bei einem Wert von über 100 Milliarden Euro liegen.

Auch der Musikstreaming-Marktführer Spotify will verstärkt ins Auto, wenn auch nicht über exklusive Partnerschaften mit den Herstellern. Seit Mai diesen Jahres testen die Schweden beispielsweise eine eigene Hardware namens "Car Thing". Das Gerät wird in die 12-Volt-Buchse gesteckt, die Ältere noch als Zigarettenanzünder kennen, und übermittelt die Musikwünsche das Fahrers per Bluetooth auf die Autolautsprecher. Der Fahrer muss dafür einen Sprachbefehl abgeben und ihn mit "Hey Spotify" einleiten. ron

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