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Taboola-CEO Adam Singolda
Taboola
Outbrain und Taboola

Millionenschwere Fusion wird wegen der Coronakrise abgesagt

Taboola-CEO Adam Singolda
Aus der geplanten Fusion von Taboola und Outbrain wird offenbar nichts. Grund ist die Coronakrise und ihre negativen Auswirkungen auf den Werbemarkt.
von t3n Magazin Donnerstag, 10. September 2020
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Aus der 2019 angekündigten Fusion von Taboola und Outbrain wird offenbar nichts. Wie CNBC, das Wall Street Journal und Techcrunch übereinstimmend berichten, wurde der Deal abgesagt. Es wird erwartet, dass die zwei Größen des Empfehlungsmarketings in den kommenden Tagen ein offizielles Statement zur Absage der Fusion veröffentlichen werden.

Der Zusammenschluss aus Taboola und Outbrain hätte nach ursprünglicher Planung rund zwei Milliarden Menschen täglich erreichen sollen. Doch in den vergangenen Monaten wurde die Werbebranche stark von der Coronakrise und ihren wirtschaftlichen Folgen getroffen. Das wiederum hatte dann offenbar negative Auswirkungen auf die Finanzierung des Deals.

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Der ursprüngliche Deal sah vor, dass die Outbrain-Anteilseigner 30 Prozent der Aktien des neuen Unternehmens sowie 250 Millionen US-Dollar erhalten sollten. Wie Techcrunch unter Berufung auf Insider berichtet, wollten die Finanziers dieser Cashkomponente aufgrund der schlechten Marktlage das Geld aber doch nicht vorlegen. Im August lief das Zeitfenster für das ursprüngliche Abkommen dann ab und wurde nicht verlängert.

Taboola und Outbrain: Auch die Regulierungsbehörden hatten der Fusion noch nicht zugestimmt

Die US-amerikanischen Aufsichtsbehörden hatten der Fusion bereits zugestimmt; allerdings fehlte noch das Okay der britischen und der israelischen Marktaufsicht. Deren Untersuchung hätte sich wohl noch einige Monate hingezogen. Zumal Großbritanniens oberster Fusionswächter Joel Bamford im Juni gewarnt hatte, die Fusion könnte zu einem verringerten Wettbewerb führen und letztlich zu Lasten der Verlagsbranche gehen.

Taboola und Outbrain bieten nahezu identische Produkte an: Beide bieten Publishern die Möglichkeit, unterhalb ihrer Artikel Werbeflächen einzubinden. Obwohl Kritiker in der Vergangenheit immer wieder moniert hatten, dass in diesen Werbeflächen mit bisweilen unseriösen Methoden um Klicks geworben wird, nutzen einige der größten Online-Publisher der Welt die Angebote der beiden Firmen.

Taboola und Outbrain sind sich aber auch in anderen Bereichen ähnlich: Beide Firmen wurden in Israels Startup-Metropole Tel Aviv gegründet und verlegten ihre Geschäftszentralen später in die Werbehauptstadt New York. Beide Firmen waren schon vor dem Fusionsabkommen profitabel und sollen jeweils rund eine Milliarde Dollar Umsatz jährlich machen.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf t3n
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