Nach Google Pay

Commerzbank prüft auch Partnerschaft mit Apples mobilem Bezahldienst

Noch kein Massen-Magnet: Mobile Payment
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Noch kein Massen-Magnet: Mobile Payment
Nachdem Apple-Chef Tim Cook vor wenigen Tagen den Start des iPhone-Bezahldienstes Apple Pay in Deutschland bis Ende dieses Jahres ankündigte, meldet sich nun die Commerzbank zu Wort. Sie prüfe eine Partnerschaft mit Apple, heißt es. Eine aktuelle Studie zum Bezahlverhalten deutscher Jugendlicher gibt ihr Rückenwind.
Bezahlen per Smartphone wird sich nach Einschätzung der Commerzbank auch in Deutschland zunehmend durchsetzen. "Grundsätzlich werden mobile Bezahlsysteme weiter an Bedeutung gewinnen", sagte der Privatkundenvorstand des Instituts, Michael Mandel, gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.


Dass die Commerzbank gemeinsam mit ihrer Online-Tochter Comdirect bei dem Thema einer der Partner von Google ist, schließe eine Zusammenarbeit mit Apple nicht aus, betonte Mandel: "Es wird nicht nur ein Bezahlverfahren für Mobile Payment geben. Der Kunde wird zwischen verschiedenen Angeboten immer wieder wechseln. Das bedeutet, dass wir viele Verfahren prüfen und bewerten. Auch die Entwicklung bei Apple Pay schauen wir uns mit Interesse an."

Der Internet-Konzern Google hatte Ende Juni den Start seines Smartphone-Bezahldienstes Google Pay in Deutschland verkündet und war damit dem Rivalen Apple zuvorgekommen. Einen Monat später kündigte der Technologieriese Apple an, seinen iPhone-Bezahldienst Apple Pay bis Ende dieses Jahres in Deutschland einzuführen. Partner dabei sind bislang unter anderem Deutsche Bank und Hypovereinsbank, Santander sowie die Smartphone-Banken N26 und der Wirecard-Ableger boon.


Die Mobile-Payment-Angebote von Google und Apple funktionieren im Grunde genommen gleich: Der Käufer muss dafür sein mobiles Endgerät, das mit einem NFC-Chip (Near Field Communication) ausgestattet ist, an ein entsprechend ausgerüstetes Kassenterminal halten. Ein großer Teil der Terminals in Deutschland wurde bereits umgerüstet. "Schon heute bezahlen Comdirect-Kunden jeden fünften Einkauf im stationären Handel kontaktlos", sagt Comdirect-Chef Arno Walter.
„Schon heute bezahlen Comdirect-Kunden jeden fünften Einkauf im stationären Handel kontaktlos.“
Arno Walter, Comdirect
Allerdings sind die Deutschen Bargeldliebhaber. Drei von vier Einkäufen an der Ladenkasse (74 Prozent) tätigen die Menschen hierzulande jüngsten Zahlen der Bundesbank zufolge nach wie vor mit Schein und Münze. Selbst die Kreditkarte ist hierzulande als Bezahlmittel längst nicht so verbreitet wie beispielsweise in den USA. Haben Apple Pay und Google Pay vor diesem Hintergrund überhaupt eine Chance?

Durchaus, wie eine aktuelle Studie der Deutschen Bank zum gestrigen Internationalen Tag der Jugend zeigt. Demnach stehen vor allem junge Deutsche darauf, Bankgeschäfte mobil abzuwickeln. Zwei Drittel der zwischen 14 und 25 Jahre alten Befragten geben an, auch über Smartphone oder Tablet Bankgeschäfte zu erledigen. Im vergangenen Jahr waren es nur 59 Prozent.

Und auch an der Ladenkasse im Supermarkt können sich die Jugendlichen durchaus vorstellen, das Smartphone aus der Hosentasche zu nehmen - 71 Prozent der Befragten äußern sich so. Mit 74 Prozent sind junge Männer deutlich aufgeschlossener für das mobile Bezahlen als junge Frauen (67 Prozent). ron (mit dpa-Material)
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