Mobile Marketing

Werbeausgaben für App-Installierungen sollen sich bis 2022 verdoppeln

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Appsflyer-Manager Ben Jeger: „Dank der Fortschritte bei der Messbarkeit des Marktes konnten wir China trotz der bestehenden Einschränkungen bei der Messung erstmals in das Modell einbeziehen.”
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Appsflyer-Manager Ben Jeger: „Dank der Fortschritte bei der Messbarkeit des Marktes konnten wir China trotz der bestehenden Einschränkungen bei der Messung erstmals in das Modell einbeziehen.”
Werbungtreibende geben immer mehr Geld aus, um Nutzer zur Installation von Apps zu bewegen. Die globalen Budgets sollen bis 2022 auf 118 Milliarden US-Dollar steigen. Laut einer aktuellen Erhebung des Analytics-Dienstleisters Appsflyer bedeutet das eine Verdoppelung gegenüber 2019 (57,8 Milliarden US-Dollar).
Beflügelt wird das Wachstum von der weiterhin rasant steigenden App-Nutzung. Appsflyer geht von Prognosen aus, nach denen die Zahl der Installationen von 204 Milliarden auf 258 Milliarden im Jahr 2022 ansteigen werden. Der Löwenanteil der Werbeausgaben soll bis dahin aus dem asiatisch-pazifischen Raum, vor allem aus China, Indien, Indonesien und Japan, kommen. Insbesondere China sei mit rund 900 Millionen mobilen Internetnutzern im Jahr 2022 für Mobile Marketing interessant: „Dank der Fortschritte bei der Messbarkeit des Marktes konnten wir China trotz der bestehenden Einschränkungen bei der Messung erstmals in das Modell einbeziehen”, erklärt Ben Jeger, Managing Director Central Europe bei Appsflyer. „Mit zusätzlichen 100 Millionen Nutzern werden nach einer vorsichtigen Schätzung die Ausgaben für die Installation von Apps in China im Jahr 2019 15 Milliarden Dollar und 2022 über 22 Milliarden Dollar erreichen."

In Mittel- und Osteuropa wächst der russische Markt am schnellsten, die dortigen Werbeausgaben sind 2019 auf umgerechnet 750 Millionen US-Dollar gestiegen. Führend sind hier jedoch Großbritannien und Deutschland mit 1,8 Milliarden beziehungsweise 1,4 Milliarden US-Dollar. Getrieben werden die Gesamtausgaben in diesen beiden Ländern durch die relativ hohen Mediakosten von etwa zwei US-Dollar pro Installation.
Werbeausgaben für Install-Apps: Der asiatisch-pazifische Raum dominiert
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Werbeausgaben für Install-Apps: Der asiatisch-pazifische Raum dominiert
Appsflyer gewinnt seine Prognosen aus der Analyse unternehmenseigener Daten, die über 30 Milliarden nicht-organische Installationen, 48 Milliarden US-Dollar an Werbeausgaben und 72.000 Apps in einer Stichprobe für die Jahre 2017 bis 2019 umfassen. „Dass sich die Budgets zur Nutzer-Gewinnung bei Apps in den nächsten drei Jahren von einem sehr hohen Niveau nochmals verdoppeln werden, unterstreicht die wachsende Bedeutung, die performancegetriebener User-Akquise im Marketing-Mix zukommt“, kommentiert Jeger die Ergebnisse.

Der deutsche Markt soll auch für Appsflyer selbst künftig noch wichtiger werden. Das Unternehmen hat jüngst im Rahmen einer neuen Finanzierungsrunde 210 Millionen US-Dollar eingestrichen. Diese will das aus Israel stammende Unternehmen nicht zuletzt dazu nutzen, im hiesigen Markt gegenüber dem Konkurrenten Adjust aus Berlin zu punkten.
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