Millionen-Übernahme

Wie McDonald's seinen Drive-Through personalisieren will

Die digitale Menü-Anzeige bei McDonald's soll künftig dynamischer werden
© McDonald's
Die digitale Menü-Anzeige bei McDonald's soll künftig dynamischer werden
So viel Geld hat McDonald's seit 20 Jahren nicht mehr für einen Zukauf in die Hand genommen: Der Burgerbrater übernimmt die israelische Personalisierungsplattform Dynamic Yield - und legt für das Start-up 300 Millionen US-Dollar auf den Tisch. McDonald's will die Technologie des Unternehmens an seinen Drive-Through-Fenstern einsetzen, wo sich die digitalen Anzeigen künftig in Echtzeit verändern sollen.
Mit der Personalisierungsplattform von Dynamic Yield sollen sich die digitalen Anzeigen an den Drive-Throughs künftig den äußeren Gegebenheiten anpassen. Fährt ein Kunde beispielsweise bei sonnigem Wetter vor, bekommt er künftig eher Angebote für einen McFlurrie angezeigt, bei Regen und Kälte einen heißen Kaffee. Außerdem soll sich die dargestellte Menü-Auswahl künftig automatisch den regionalen Vorlieben anpassen. Bislang waren die Digitalanzeigen immer statisch.


Dynamic Yield, das seinen Sitz im israelischen Tel Aviv sowie in New York hat, gilt bei der Umsetzung personalisierter digitaler Werbeaktionen als Pionier. Das 2011 gegründete Unternehmen unterstützt Einzelhändler bei der Umsetzung solcher Projekte und zapft dafür die reichhaltigen Datenströme an. Auf der Kundenliste von Dynamic Yield stehen unter anderem Namen wie Ikea, Lacoste, HelloFresh, Saturn und Media-Markt. Das Start-up wird auch nach der Übernahme als eigenständiges Unternehmen bestehen bleiben, schlüpft also nur unter ein großes Fastfood-Dach.

Dass der Burgerbrater für einen Zukauf so viel Geld in die Hand nimmt, ist relativ ungewöhnlich. Die letzte größere Übernahme ist auf das Jahr 2000 datiert, als McDonald's für die Hühnchen-Restaurantkette Boston Market 173,5 Millionen US-Dollar auf den Tisch legte - und sie sieben Jahre später wieder veräußerte. Die Dynamic-Yield-Technologie hat McDonald's bereits seit vergangenem Jahr getestet und wird sie 2019 erst in den USA und anschließend in weiteren Märkten ausrollen. Zudem soll sie in die Selbstbedienungs-Automaten im Laden und in der App integriert werden. Seit vor vier Jahren Steve Easterbrook den CEO-Posten übernommen hat, investiert McDonald's heftig in Technologie, um im hart umkämpften Fastfood-Business weiterhin zu reüssieren. In Deutschland lässt die Kette ihre Kunden seit ein paar Monaten beispielsweise auch per Smartphone bestellen und bezahlen. Außerdem sind die Bestell-Automaten in zahlreichen Filialen zum Standard geworden. Der Lieferdienst McDelivery ist seit 2017 hierzulande über über Foodora, Lieferheld oder Pizza verfügbar. ron
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