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 Whatsapp setzt demnächst verstärkt auf Werbung
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Whatsapp startet nächstes Jahr mit Werbung - und so sieht sie aus

Whatsapp setzt demnächst verstärkt auf Werbung
Schon seit längerem wird darüber spekuliert, dass Facebook mit seinem Messengerdienst Whatsapp endlich Geld verdienen und in die Werbevermarktung einsteigen will. Auf dem Facebook Marketing Summit in Rotterdam hat der Konzern nun bestätigt, dass ab nächstem Jahr erstmals Werbeanzeigen im "Status"-Bereich der App zu sehen sein werden.
von Giuseppe Rondinella Mittwoch, 22. Mai 2019
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Mit der Einführung des "Status"-Formats hatte Whatsapp 2017 auf den Erfolg von Snapchat reagiert und einen Bereich geschaffen, in dem Nutzer Texte, Fotos, Videos und animierte GIFs teilen können, die nach 24 Stunden wieder verschwinden. Zuvor hatte Facebook-CEO Mark Zuckerberg ein ähnliches Feature bereits bei Instagram, der Haupt-App Facebook und dem Facebook Messenger eingeführt.


Im nächsten Jahr will Facebook mit Whatsapp also endlich Geld verdienen und führt sogenannte "Status Ads" ein, wie der Konzern auf dem Facebook Marketing Summit in Rotterdam nun mitteilte. Dabei handelt es sich um vertikale Anzeigen, die den kompletten Smartphone-Bildschirm ausfüllen und zwischen zwei Story-Elementen platziert werden. Ein solches Werbeprodukt gibt es in den anderen sozialen Netzwerken des Konzerns bereits.
Innerhalb der privaten Chat-Fenster wird es auf Whatsapp demnach keine Werbeanzeigen geben, wie viele Nutzer anfangs befürchteten. Wer auf Whatsapp also keine Inhalte im "Status"-Bereich konsumiert, wird auch keine werblichen Inhalte zu sehen bekommen. Laut Facebook nutzen diese Funktion aktuell 500 Millionen Menschen weltweit. Die Reichweiten dürften für Werbungtreibende also sehr attraktiv sein.

Weil sich die beiden Whatsapp-Gründer Jan Koum und Brian Acton nach der 22 Milliarden Dollar teuren Übernahme durch Facebook im Jahr 2014 weitreichende Unabhängigkeiten sicherten, etwa den Datenschutz-Fokus und die Werbefreiheit, konnte Facebook mit dem teuer eingekauften Dienst bislang kaum Geld verdienen. Acton verließ Whatsapp bereits im Herbst 2017, Koum folgte ein halbes Jahr später. Ein Hinweis dafür, dass Zuckerberg für den Messengerdienst seine eigenen Pläne durchsetzen will.


Chris Daniels, der vor weniger als einem Jahr die Führung des Chatdienstes Whatsapp nach dem Abgang der Gründer übernommen hatte, ist mittlerweile auch weg. Er verließ das Unternehmen im März, nachdem er nicht einmal ein Jahr lang im Amt war. Daniels sei mit einigen Entscheidungen von Zuckerberg, die technische Infrastruktur hinter Whatsapp, Messenger und der Chatfunktion von Instagram zusammenzulegen, nicht einverstanden gewesen, schrieb die "New York Times". Neuer Chef ist seitdem Will Cathcart, der zuletzt für die Facebook-App verantwortlich war. ron
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