Libra-Währung

Facebook übernimmt Chatbot-Spezialisten Servicefriend

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Facebook hat ein israelisches Unternehmen übernommen
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Facebook hat ein israelisches Unternehmen übernommen
Facebook will seine Digitalwährung Libra im kommenden Jahr auf den Markt bringen. Mit dem Krypto-Geld sollen User über ihre Accounts auch bei Whatsapp oder Instagram bezahlen können, ohne Kreditkarten und Bankkonten. Damit das zum Marktstart auch reibungslos über die Bühne geht, hat Facebook nun das Tech-Start-up Servicefriend übernommen.
Bei Servicefriend handelt es sich um ein vier Jahre altes Unternehmen mit Sitz im israelischen Tel Aviv, das sich auf die Entwicklung von Chatbots für Messenger wie den von Whatsapp spezialisiert hat. Die auf Künstlicher Intelligenz basierenden Chatbots werden von Servicefriends Kunden in der Regel für die Verbesserung des Kundenservices verwendet. Facebook hat den Kauf gegenüber Techcrunch bereits bestätigt.


Welche Summe Facebook für das Unternehmen auf den Tisch gelegt hat, ist nicht bekannt. Aus den Linkedin-Profilen der beiden Servicefriend-Gründer geht zumindest hervor, dass der Deal bereits zu Beginn des Monats klammheimlich über die Bühne ging. Die beiden Gründer Ido Arad und Shahar Ben Ami haben auf der Karriereplattform angegeben, nun für Facebooks Calibra-Projekt zu arbeiten.

Facebook entwickelt unter dem Namen Calibra das hauseigene Digital-Portemonnaie für die Libra-Währung. Nach bisherigen Plänen soll Calibra als einzige digitale Geldbörse für Libra in Facebooks Chatdiensten Whatsapp und Messenger mit jeweils deutlich mehr als einer Milliarde Nutzer verfügbar sein. Allem Anschein nach werden Arad und Ben Ami nun genau daran arbeiten. Über die Geldbörse Calibra sollen sich Nutzer gegenseitig via Chat Geld senden oder Rechnungen begleichen können.


Facebooks geplante Digitalwährung sorgt seit Bekanntwerden für Kritik. Zuletzt stellte sich die Bundesregierung gegen das ambitionierte Projekt. "Die Bundesregierung wird sich auf europäischer und internationaler Ebene dafür einsetzen, dass Stablecoins keine Alternative zu staatlichen Währungen werden", heißt es in einem Papier. Die Libra soll durch harte Währungen und Staatsanleihen als "Stablecoin" gegen Wertschwankungen abgesichert werden. ron
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