Layout Creator

Wie die DHL Künstliche Intelligenz für das Brand Marketing einsetzt

Der DHL Layout Creator kann nur von internen Rechnern angesteuert werden
© Screenshot dpdhl-brands.com
Der DHL Layout Creator kann nur von internen Rechnern angesteuert werden
Vor zwei Jahren übernahm Strichpunkt die Betreuung des Corporate Brand Marketing der DHL. Inzwischen hat die Stuttgarter Designagentur für die Post-Tochter einiges auf die Strecke gebracht. Unter anderem wird in den Design-Teams des Unternehmens nun mit KI gearbeitet.
Mit dem neuen Tool "Layout Creator" können DHL-Mitarbeiter weltweit "einfach und intuitiv hochwertige Layouts wie Poster oder Social Media Posts" erstellen, teilt Strichpunkt mit. Die KI bedient sich dabei aus bis zu 1015 Layout-Varianten. Ausgehend davon, was man eigentlich genau erstellen will, liefert der Layout Creator möglichst viele Varianten - daraus filtert die Künstliche Intelligenz schließlich die besten Entwürfe heraus.


Das soll den DHL-Mitarbeitern ein schnelleres, hochwertigeres und vor allem effizienteres Arbeiten ermöglichen. Außerdem soll ein weltweit konsistenter Markenauftritt garantiert werden. "Der Layout Creator befähigt Kollegen selbst Medien zu gestalten, liefert Ergebnisse die immer 'on brand' sind und macht uns effektiver. Das macht nicht nur Spaß, sondern wird Zeit und Geld sparen", sagt Arjan Sissing, Senior Vice President Group Brand Marketing Deutsche Post DHL Group.

Nun könnte man auf die Idee kommen, die DHL würde auch gerne Geld bei Agenturen einsparen. Immerhin macht auch Strichpunkt auf der Projektwebsite keinen Hehl daraus, dass Unabhängigkeit von Agenturen einer der Vorteile des neuen Tools sei. "Machen wir uns damit selber überflüssig? Im Gegenteil. Wir können uns auf unsere Stärken konzentrieren: kreative und überraschende Lösungen für die nächste Herausforderung zu finden", versichert Jochen Rädeker, Gründer und Managing Partner von Strichpunkt. Allerdings ist Strichpunkt bei diesem Thema im Lead - und Strategieentwicklung lässt sich nicht an Tools abgeben. Wie es mit anderen Dienstleistern aussieht, die bislang nur Umsetzungsaufträge von der DHL angenommen haben, dürfte auf einem anderen Blatt stehen.


Der Layout Creator ist aber nur ein Teil einer digitalen Plattform, mit der die DHL ihre Brand Performance steigern will: Im DPDHL Group Brand Hub stehen weitere Vorlagen zu Bildern, Schriftarten und Layouts zur Verfügung. So wurde eine eigene Unternehmens-Typographie namens "Delivery" sowie eine neue Bildsprache entwickelt. Bei dem Brand Hub handele es sich laut Strichpunkt somit um ein "modulares, nahtlos skalierbares Design System".
„Machen wir uns damit selber überflüssig? Im Gegenteil.“
Jochen Rädeker, Strichpunkt
"Wir glauben: Unsere Branche steht vor einem großen Wandel und modulare, codebasierte Design Systeme sind nicht nur die Zukunft - sie sind der Schlüssel zu mehr Kreativität, steigern die Brand Performance und leisten gleichzeitig einen bedeutenden Beitrag zu wirtschaftlichem Erfolg", sagt Strichpunkt-CEO Philipp Brune.

Auf dem Thema Effizienz liegt dabei ein Schwerpunkt. Kein Zufall: Der Kostendruck im Unternehmen ist enorm, im vergangenen Jahr hat sich das operative Ergebnis (Ebit) allein im Bereich Post, E-Commerce, Parcel mehr als halbiert auf 656 Millionen Euro. Bis 2020 soll der Betriebsgewinn durch ein Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungs-Programm wieder auf fünf Milliarden Euro gesteigert werden. KI soll dabei offensichtlich einen Beitrag leisten. ire
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