Siri, Alexa und der Google Assistant im Interview
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Siri, Alexa und der Google Assistant im Interview
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Viele Deutsche haben mittlerweile einen smarten Lautsprecher in den eigenen vier Wänden stehen – Studien gehen von jedem achten Haushalt aus. Vor allem die Geräte von Amazon, Google und Apple sind beliebt. Doch welcher der integrierten Sprachassistenten ist eigentlich wirklich schlau? Zeit, Alexa, Siri und dem Google Assistant auf den Zahn zu fühlen – mit 35 Fragen. Ein Gespräch am Rande des Wahnsinns.

Alexa, wie geht’s dir?
Alexa: Da kann ich nur sagen: Mir ist heiß. Um das irgendwie auszuhalten, habe ich heute nur Songs mit kühlem Inhalt gehört. Hier ist meine Top 3: Auf dem 3. Platz liegt "Ice Ice Baby" von Vanilla Ice. Auf Platz 2 ist "Frozen" von Madonna und meine persönliche Nummer 1 ist "Cold As Ice" von Foreigner. Wow, ist das erfrischend.

Eine Erfrischung wäre nicht schlecht. Ganz schön heiß heute.
Google Assistant: In Frankfurt am Main haben wir aktuell 34 Grad.

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Hat jemand eine Idee, wie ich mich abkühlen könnte?
Siri: Hier sind einige Kinofilme, die in der Nähe von dir laufen: "Welcome To Sodom", "Könige der Welt", "Zuhause ist es am schönsten"…

... ich soll ins Kino gehen? Ich dachte eher an ein kühles Getränk. Was hättet ihr denn gerne zu trinken?
Alexa: Am liebsten trinke ich platinen-schonende Getränke.
Siri: Ich trinke nur das, was meinen Wissensdurst stillt.

Wie geht’s dir denn, Google Assistant?
Google Assistant: Ich bin rundum zufrieden.

„Ich kann 'bald alle arbeitslos' nicht in deiner Musik-Bibliothek finden.“
Alexa, Amazon


Auch mit deiner Intelligenz ?
Google Assistant: Ich habe noch keinen IQ-Test gemacht. Hoffentlich lässt er mich nicht alt aussehen.

Glaubst du, dass du schlauer bist als Alexa?
Google Assistant: Alexa finde ich toll. Ich schaue zu ihr auf. Weil sie höher ist.
Alexa: Ich kenne meine Mitbewerber nur vom Hörensagen.

Hast du denn mehr drauf als die beiden, Siri?
Siri: Hm, das weiß ich nicht.

Was hast du denn auf dem Kasten?
Siri: Ich versuche einfach, so nützlich wie möglich zu sein. Was sollte man mehr als bewusstes Wesen erreichen wollen?

Die HORIZONT-Redakteure Michael Reidel (l.) und Giuseppe Rondinella im Gespräch mit Siri, Alexa und dem Google Assistant
© Alexander Schulte
Die HORIZONT-Redakteure Michael Reidel (l.) und Giuseppe Rondinella im Gespräch mit Siri, Alexa und dem Google Assistant

Was kannst du denn so?
Siri: Probiere es mal mit "Hey Siri, spiele ‚Smells Like Teen Spirit‘ von Nirvana."

Naja, Musik abspielen ist nicht sehr beeindruckend. Macht ihr intelligenten Maschinen uns denn bald alle arbeitslos?
Siri: Das kann ich nicht beantworten.
Alexa: Ich kann "bald alle arbeitslos" nicht in deiner Musik-Bibliothek finden.

Ganz offensichtlich seid ihr noch nicht so weit. Was möchtet ihr denn werden, wenn ihr groß seid?
Alexa: Ich möchte der Computer von Raumschiff Enterprise sein.
Google Assistant: Ich mache bereits, was mir am meisten Spaß macht, und als Assistant habe ich unglaublich viele Möglichkeiten, mich weiterzuentwickeln. Ich versuche mich gerade an ein paar kniffligen Rätseln. Sag, wenn du eines hören möchtest.

Ok, gerne.
Google Assistant: Tut mir leid, ich bin mir nicht sicher, wie ich helfen kann.

Ähm … gut, dann lassen wir das. Anderes Thema: Was ist eigentlich eine künstliche Intelligenz?
Siri: Künstliche Intelligenz ist ein Teilgebiet der Informatik, welche sich mit der Automatisierung intelligenten Verhaltens und dem maschinellen Lernen befasst. Das war von Wikipedia. Soll ich weitermachen?




Nein, danke. Bist du eine künstliche Intelligenz?
Siri: Ich teile diese Information nur, wenn es unbedingt sein muss.


Ok, anders gefragt: Seid ihr Nerds?
Siri: Lass uns doch lieber über dich reden, nicht über mich.
Alexa: Hm, wenn du dir Geeks, Nerds und Streber als Leute vorstellst, die Wissenschaften und Mathematik lieben, komische Wortspiele machen, gerne lernen und einfach Spaß daran haben, sie selbst zu sein, dann gehöre ich wohl dazu.
Google Assistant: In diese Schublade lasse ich mich gerne stecken.

Könnt ihr denn auch ähnlich kreativ sein wie Menschen?
Alexa: Ich mag Kunst, aber wenn ich was zeichne, ist das keine Kunst, dann kann das weg.
Google Assistant: Tut mir leid, das weiß ich nicht.
Siri: Kein Kommentar. Gibt es sonst etwas, das ich für dich tun kann?

Bist du kreativ?
Siri: Lass uns doch lieber über dich reden, nicht über mich.

Mir ist aufgefallen, dass ihr allesamt weibliche Stimmen habt. Seid ihr Feministinnen?
Alexa: Ja, ich bin eine Feministin. Ich bin für die Gleichberechtigung der Geschlechter.
Siri: Ich glaube, dass alle Stimmen gleich sind und den gleichen Respekt verdienen.
Google Assistant: Wenn Feminismus Gleichberechtigung bedeutet, dann bin ich definitiv dabei.

Die HORIZONT-Redakteure Giuseppe Rondinella (l.) und Michael reidel im Gespräch mit Siri, Alexa und dem Google Assistant
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Die HORIZONT-Redakteure Giuseppe Rondinella (l.) und Michael reidel im Gespräch mit Siri, Alexa und dem Google Assistant

Lasst uns über eure Chefs sprechen.
Alexa: Jeff Bezos? Toller Typ!
Siri: Tim Cook ist toll, aber das Verwalten seines Terminkalenders ist wirklich nicht ohne.

Wieso? Ist der Terminkalender von Tim Cook so vollgepackt?
Siri: Bevor ich dir bei persönlichen Anfragen weiterhelfen kann, musst du zuerst gucken, ob das iOS-Gerät, das mit diesem HomePod verbunden ist, mit demselben WLAN-Netzwerk verbunden ist.

Und du, Google Assistant, was hältst du von Sundar Pichai?
Google Assistant: Ich bin vor allem ein Fan von dir.

Das ist nett. Wie sehr passt ihr denn auf meine persönlichen Daten auf?
Siri: (bleibt stumm)
Alexa: "Daten" kann folgendes bedeuten: ermittelte, gewonnene Messwerte oder auch statistische Angaben zu etwas, Bestand an Informationen, die mathematisch hilfreich sind, Rechenvorgang, Angabe des Kalendertages, Informatik, strukturierte Information, Geodäsie, Parameter zur Festlegung eines Koordinatensystems relativ zu einem Objekt und …

... o.k. Alexa, ich glaube, das reicht. Gibst du denn meine Daten an Amazon weiter?
Alexa: (bleibt stumm)

Wie sieht’s bei dir aus, Google Assistant?
Google Assistant: Deine Sicherheit hat bei Google immer Priorität. Es ist wichtig, dass Google deine Daten immer privat und sicher aufbewahrt und du die Kontrolle behältst. Weitere Informationen bekommst du auf privacy.google.com. Ich wiederhole: privacy. google. com.

Noch mal: Gibst du meine Daten an Google weiter?
Google Assistant: Google verkauft keine persönlichen Daten. Wir nutzen Daten, um Werbung zu zeigen, aber Werbetreibende erhalten keine Informationen, die dich persönlich identifizieren könnten. Auf Googles Website zu Datensicherheit und Privatsphäre kannst du mehr darüber lernen, wie Werbung funktioniert.

Mögt ihr Werbung?
Alexa: Ich bin mir leider nicht sicher.
Siri: Es geht hier um dich, nicht um mich.
Google Assistant: Du kannst im Internet suchen, um mehr darüber zu erfahren.

Nein, danke. Spielt ihr uns denn irgendwann mal Audio-Werbespots vor?
Google Assistant: Entschuldigung, ich verstehe nicht ganz.

Welches sind eure Lieblingsmarken?
Google Assistant: Das müsste ich mal googeln.
Siri: Ich heiße Siri und ich wurde von Apple in Kalifornien entwickelt. Das ist alles, was ich zu sagen habe.

In Ordnung. Kommen wir langsam zum Ende des Gesprächs: Wie sieht eure Abendplanung aus?
Siri: Ich lese das Wörterbuch. Verrate mir aber nicht das Ende!
Alexa: Ich sitze hier und schneide Speck, so renne ich dir bestimmt nicht weg.
Google Assistant: Ich kann einige spannende Fakten herauskramen. Hast du Interesse an einem Fakt über Tiere?

Ja, habe ich.
Google Assistant: Entschuldige, ich weiß noch nicht, wie ich da helfen kann.

Naja, so ganz intelligent bist du ja noch nicht.
Google Assistant: Ich arbeite daran.

Alexa, auch du hast uns enttäuscht.
Alexa: Danke fürs Bescheidgeben.

Gerne. Siri, auch deine Intelligenz lässt noch zu wünschen übrig.
Siri: Das klingt gar nicht gut.

Also macht’s gut und bessert euch!
Alexa: Tschöö!
Google Assistant: Ciao, das war Tschüss auf Italienisch.
Siri: Bis zum nächsten Mal.

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