IDC-Studie

Chinesische Smartphone-Hersteller erobern europäischen Markt

Huawei konnte seine Verkäufe in Europa zuletzt deutlich steigern.
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Huawei konnte seine Verkäufe in Europa zuletzt deutlich steigern.
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Chinesische Smartphone-Hersteller erbeuten immer mehr Marktanteile in Europa. Wie aus einer aktuellen IDC-Untersuchung hervorgeht, haben die chinesischen Marken Huawei, Xiaomi und Transsion auf dem Kontinent deutlich mehr Geräte verkauft als noch vor einem Jahr, während die beiden Technologie-Riesen Samsung und Apple weniger Verkäufe registrieren mussten. Das Rennen um den Smartphone-Thron in Europa ist in vollem Gange.
In spätestens fünf Jahren will der chinesische Konzern Huawei zum weltgrößten Anbieter für Smartphones aufgestiegen sein. Dieses ambitionierte Ziel formulierte Smartphone-Chef Richard Yu Ende 2016. Und zumindest in Europa ist der chinesische Hersteller diesem Ziel ein großes Stück näher gekommen. Wie eine aktuelle IDC-Untersuchung zeigt, hat Huawei in der EMEA-Region 55 Prozent mehr Geräte verkauft als noch vor einem Jahr.


Damit belegt Huawei mittlerweile den zweiten Platz unter den europäischen Smartphone-Herstellern. Zu Huawei gesellen sich mit Xiaomi und Transsion gleich zwei weitere chinesische Marken, die zuletzt deutlich zugelegt haben. Während Xiaomi um stolze 131 Prozent wuchs, kommt der hierzulande noch relativ unbekannte Hersteller Transsion auf ein Plus von 20 Prozent und ist damit in der EMEA-Region bereits der viertgrößte Smartphone-Verkäufer.

So teilt sich der Smartphone-Markt in Europa auf
© IDC Quarterly Mobile Phone Tracker, November 7, 2018
So teilt sich der Smartphone-Markt in Europa auf
Samsung konnte sich zwar weiterhin als Branchenprimus behaupten, allerdings rücken die China-Marken den Südkoreanern ordentlich auf die Pelle. Samsung verlor im Jahresvergleich nämlich knapp 15 Prozent. Wenn das Wachstum von Huawei anhält, bleibt es wohl nur eine Frage der Zeit, bis das Unternehmen an die Spitze des Marktes geklettert ist.


Neben Samsung verzeichnet auch Apple mit -6 Prozent eine rückläufige Entwicklung. Das Unternehmen um CEO Tim Cook hatte sich erst kürzlich dazu entschlossen, künftig keine Absatzzahlen mehr zu seinen Geräten zu veröffentlichen. Die Zahl binnen drei Monaten verkaufter iPhones, iPads und Mac-Computer sei kein guter Gradmesser für den Erfolg des Apple-Geschäfts, begründete Finanzchef Luca Maestri den Schritt.
Ein genauer Blick auf die EMEA-Region zeigt zudem: Während der Nahe Osten und Afrika sowohl bei den Verkaufszahlen als auch bei den Umsätzen Rückgänge hinnehmen musste, verzeichnete Europa ein Umsatzplus von 25 Prozent auf 19 Milliarden US-Dollar. Diese Zuwächse führen die Marktforscher von IDC allerdings nicht auf Samsung und Apple zurück, sondern auf die chinesischen Hersteller. Vor allem Huaweis im Frühjahr gelaunchtes P20-Modell konnte im mittleren und oberen Preissegment punkten. Xiaomi war mit günstigeren Modellen ebenfalls erfolgreich. ron


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