iOS 10

Jeder fünfte iPhone-Nutzer deaktiviert Ad-Tracking

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Ad-Tracking ermöglicht es App-Entwicklern, Werbeanzeigen (Ads) gezielt an App-Nutzer zu adressieren
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Ad-Tracking ermöglicht es App-Entwicklern, Werbeanzeigen (Ads) gezielt an App-Nutzer zu adressieren
Adtech-Unternehmen, aufgepasst: Jeder fünfte iPhone-Nutzer deaktiviert Ad-Tracking auf seinem Smartphone und kann somit nicht mehr mit Werbung gezielt angesprochen werden. Das geht aus einer Auswertung des Unternehmens Adjust hervor, die heute veröffentlicht wurde. In Deutschland wird Ad-Tracking mit am häufigsten deaktiviert.

Durch Ad-Tracking können App-Entwickler interessensbezogene Werbeanzeigen gezielt an App-Nutzer adressieren. Der Schlüssel dazu ist eine eindeutige ID-Nummer namens "Identified for Advertising" (IDFA oder IFA). Diese Werbe-ID funktioniert wie ein Cookie im Browser und erlaubt es Dritten, Nutzungsverhalten über einen längeren Zeitraum und über verschiedene Apps zu erkennen und zu analysieren.



Das Problem für die Werbeindustrie: In den Datenschutzeinstellungen des Betriebssystems iOS 10 kann der Nutzer diese ID jederzeit zurücksetzen und sich bewusst gegen Ad-Tracking entscheiden. Das bedeutet zwar nicht, dass der Nutzer gar keine Werbung mehr erhält, sondern vielmehr, dass er keine Werbung mehr bekommt, die auf seine Interessen zugeschnitten ist. In Deutschland haben laut Adjust 19,3 Prozent aller iOS-10-Nutzer bewusst Ad-Tracking deaktiviert. In Europa weisen sonst nur die Niederländer mit 22 Prozent einen noch höheren Wert auf. Bei den US-Amerikanern sind es 20 Prozent. Die Rate in UK beträgt 16,5 Prozent, in Irland 12,4 Prozent, in Kanada 14,3 Prozent und in Japan 13,6 Prozent.

Bedeuten diese Zahlen eine Bedrohung für Adtech-Unternehmen? Nein, sagt Christian Henschel, CEO und Mitgründer von Adjust. Vielmehr sollten die Technologie-Anbieter Verantwortung zeigen: "Analytics-Anbieter und App-Entwickler müssen den Wunsch der Nutzer nach Privatsphäre respektieren und ihm nachkommen." Der Schutz der Privatssphäre sei eine der wichtigsten Verpflichtungen, was jedoch nicht alle Player im Markt so sehen würden, sagt Henschel. Das Ziel der App-Vermarkter müsse nun sein, einen Weg zu finden, wie die Interessen der Nutzer besser verstanden werden können, ohne deren Privatssphäre zu verletzen. ron

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