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Nokia will vom Huawei-Streit mit der US-Regierung profitieren

Immer noch ein Verkaufshit: die einfachen Einstiegshandys von Nokia
© HMD Global
Immer noch ein Verkaufshit: die einfachen Einstiegshandys von Nokia
Nokia schaltet in den Offensivmodus: Der einstige Handy-Marktführer aus Finnland geht davon aus, in den nächsten Monaten Marktanteile hinzugewinnen zu können. Grund dafür ist unter anderem der Konflikt zwischen dem chinesischen Wettbewerber Huawei und der US-Regierung, wie Eric Matthes, Deutschlandchef des Nokia-Lizenznehmers HMD Global, im Interview mit HORIZONT Online sagt: "Wir haben jetzt die Chance, Marktanteile zu gewinnen, die wir ohne diesen Handelskonflikt vermutlich niemals gewonnen hätten."

Matthes steht seit Februar dieses Jahres an der Spitze der deutschen Organisation von HMD Global. Er kam vom Konkurrenten HTC, wo er seit 2007 beschäftigt war, zuletzt als Vice President Western Europe. HMD Global schnappte sich 2017 die Lizenzrechte für den Markennamen von Microsoft, das das "Ur"-Nokia 2014 übernommen hatte. Die Produktion der HMD-Smartphones erfolgt durch Foxconn, die Geräte setzen seitdem wieder auf Android statt Windows. Als Netzausrüster will sich Nokia auch beim Aufbau des 5G-Netzes als wichtiger Partner ins Spiel bringen.

„Bei 4G liegen wir mittlerweile hinter Rumänien zurück. Das darf doch eigentlich nicht sein.“
Eric Matthes, HMD Global
Eric Matthes ist Deutschlandchef von HMD Global
© HMD Global
Eric Matthes ist Deutschlandchef von HMD Global
Herr Matthes, die Auktion der 5G-Netze ist vor ein paar Wochen zu Ende gegangen – nach einer langen Hängepartie. Nokia verdient heute sein Geld vor allem mit dem Aufbau und Ausbau der Mobilfunknetze, die Deutsche Telekom & Co. betreiben. Wie sehr sind Sie erleichtert, dass die 5G-Auktion vorbei ist? Im Vergleich zur Schweiz oder zu Österreich war die deutsche 5G-Auktion tatsächlich eine echte Hängepartie. In unseren beiden Nachbarländern ist das wesentlich schneller und unkomplizierter über die Bühne gegangen. Das muss man ganz klar sagen. Ich bin froh, dass die Auktion endlich zu Ende gegangen ist. Was den Netzausbau angeht, gibt Deutschland ohnehin schon seit Jahren ein trauriges Bild ab. Bei 4G liegen wir mittlerweile hinter Rumänien zurück. Das darf doch eigentlich nicht sein.

Die Konzerne Telekom, Vodafone, Telefónica und Drillisch lassen sich 5G insgesamt 6,6 Milliarden Euro kosten. Geld, das sie lieber in den Netzausbau gesteckt hätten. Ist die Summe zu hoch? Ob sie zu hoch oder zu niedrig ist, kann ich aus einer professionellen Perspektive nicht beurteilen. Ich persönlich finde den Preis aber ziemlich überzogen.

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