Google

Warum Adblocker ein großes Problem mit Chrome bekommen könnten

Wer mit Chrome im Web surft, soll weniger nervige Werbung zu sehen bekommen
© Fotolia / pinonepantone
Wer mit Chrome im Web surft, soll weniger nervige Werbung zu sehen bekommen
Das Duell Google gegen Adblocker geht in die nächste Runde: Berichten zufolge will der Suchgigant eine Änderung an seinem Internetbrowser Chrome vornehmen, durch die Adblocker künftig nicht mehr richtig oder gar nicht funktionieren. Google begründet seine Idee mit der Sicherheit der Nutzer.
Adblocker sind mittlerweile zu einem gängigen Werkzeug unter Internetnutzern avanciert. Laut OVK blockiert hierzulande rund jeder vierte Surfer Werbeeinblendungen, auf dem Smartphone ist die Rate gleichwohl noch deutlich geringer. Die meisten Desktop-Adblocker sind Erweiterungen von Internet-Browsern, also sogenannte Add-ons bei Microsoft Edge (ehemals Internet Explorer), Firefox oder Chrome.


Googles Browser Chrome, der in diesem Segment mit mehr als 70 Prozent eindeutiger Marktführer ist, könnte das Adblocking-Ökosystem nun ordentlich durcheinanderwirbeln. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, arbeiten Googles Entwickler derzeit an einer Änderung im Chrome-Browser, die künftig dafür sorgen soll, dass eben diese Browser-Erweiterungen keinen oder nur einen eingeschränkten Zugriff auf Websiten-Daten haben. Heißt: Adblocker könnten dann nicht mehr jede Werbeanzeige oder sogar keine mehr blockieren.

Google selbst begründet diesen Schritt in einem Manifest mit dem Thema Sicherheit. Mit dieser technischen Änderung soll, so heißt es, verhindert werden, dass die Chrome-Erweiterungen einen zu großen Einfluss auf die geladenen und dargestellten Inhalte auf einer Internetseite haben. Gegen Adblocker direkt richtet sich die Google-Initiative offenbar nicht. "Wir möchten sicherstellen, dass alle grundlegenden Anwendungsfälle mit diesen Änderungen weiterhin möglich sind, und arbeiten mit Entwicklern zusammen, um sicherzustellen, dass ihre Extensions auch in der neuen Version funktionieren", zitiert die SZ einen Google-Sprecher.


Seit 2018 unterdrückt Googles Browser bereits zu aufdringliche Werbung im Rahmen der "Coalition for Better Ads". Der Verbund, hinter dem neben Google auch der US-Werbekundenverband, Group M, internationale Onlinewerbevereine, Procter & Gamble und Facebook stehen, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Onlinewerbung mit weniger nervigen Formaten zu verbessern, um Adblocker-Raten zu minimieren. Bei Vermarktern, die wiederholt nicht-konforme Anzeigen ausspielen, blockiert Google das komplette Inventar – sie verlieren sämtliche Werbeerlöse über Chrome. ron
stats