"Einstein Voice"

Das steckt hinter dem Business-Sprachassistenten von Salesforce

Salesforce hat jetzt auch einen eigenen Sprachassistenten: "Einstein Voice"
© Salesforce
Salesforce hat jetzt auch einen eigenen Sprachassistenten: "Einstein Voice"
Themenseiten zu diesem Artikel:
Amazon hat Alexa, Apple hat Siri, Microsoft hat Cortana, Samsung hat Bixby und Google seinen Google Assistant - jedes große Tech-Unternehmen ist mit einem eigenen Sprachassistenten im Markt vertreten. Nun gesellt sich auch der IT-Riese Salesforce dazu. Und zwar mit dem digitalen Assistenten "Einstein Voice", der - und das ist das Besondere - ausschließlich für den Einsatz in Unternehmen konzipiert ist. Salesforce-Kunden sollen sich künftig quasi mit ihrem CRM-Tool unterhalten können.
In einer Welt, in der Millionen Menschen jeden Tag mit ihrem Smartphone oder smartem Lautsprecher reden, scheint es nur sinnvoll, dass Salesforce nun den Versuch unternimmt, sprachgesteuerte Anwendungen auch im Berufs-Alltag zu etablieren. Der US-Softwarehersteller hat auf Twitter den Sprachassistenten "Einstein Voice" angekündigt, der ähnlich wie Alexa und Siri kleinere Aufgaben auf Zuruf übernehmen soll - nur eben am Schreibtisch und nicht auf dem heimischen Sofa.

"Einstein Voice" ist ein Teil von Salesforce KI-Plattform Einstein, die ähnlich wie IBM Watson für den Unternehmensbereich entwickelt wurde. Mit dem neuartigen Sprachassistenten will Salesforce vor allem Vertriebsmitarbeiter ansprechen, die das Tool beispielsweise nutzen können, um nach einem Meeting die wichtigsten Erkenntnisse per Sprachbefehl zu diktieren. "Einstein Voice" pflegt diese dann automatisch ins CRM ein - vorausgesetzt der Vertriebler nutzt die Salesforce-Software.

Die KI ist darüber hinaus imstande, bestimmte Informationen, die per Sprachbefehl geäußert wurden, automatisch zu erkennen und in Befehle umzuwandeln. Ruft der Vertriebler etwa "Ändere das Budget auf 550.000 Euro" in sein Smartphone, erkennt "Einstein Voice" dies und nimmt im System die entsprechende Änderung vor. Ähnlich handelt der Assistent, wenn etwa die Sätze "Verschiebe die Deadline auf November" oder "Organisiere ein Meeting mit Ron" fallen.

Neben der Dateneingabe soll "Einstein Voice" auch dazu dienen, Informationen abzurufen. So lässt es sich per Sprachbefehl vergleichsweise bequem durch das Einstein Analytics Dashboard navigieren, wo Berufstätige etwa Echtzeit-Informationen zu Sales, Marketingausgaben oder Termineintragungen überblicken können. Die Mitarbeiter können diese Anzeigen jeweils selbst konfigurieren.

Im Winter nächsten Jahres soll "Einstein Voice" in die Pilotphase gehen. Für Parker Harris, CTO bei Salesforce, bedeutet die Einführung dieses Tools nicht weniger als eine Revolution: "Wir befinden uns mitten in einem technologischen Wandel, bei dem Voice die Kraft hat, die Art und Weise, wie wir arbeiten, grundlegend zu verändern."
Über Salesforce
Salesforce zählt nach eigenen Angaben in Deutschland 95 Prozent der Dax-Unternehmen zu seinen Kunden. Aufgrund des starken Wachstums will Salesforce die Kapazität seines eigenen Rechenzentrums in Deutschland bis 2019 verdoppeln. Das Unternehmenbietet eine breite Palette von Cloud-Diensten an, ist aber vor allem auf das Thema Kundenbeziehungsmanagement spezialisiert und konkurriert insbesondere mit Europas größtem Softwarekonzern SAP.


Die ersten Anzeichen seien bereits zu beobachten, heißt es in einer Mitteilung des Softwareherstellers. Er verweist auf Zahlen aus einer Capgemini-Studie, der zufolge in den nächsten drei Jahren etwa 30 Prozent der Konsumenten weltweit sprachgesteuerte Technologien in Apps und auf Websites nutzen werden. Außerdem habe laut Salesforce jeder fünfte Amerikaner bereits einen Smartspeaker zuhause stehen. Ebenfalls ein Anzeichen für den Siegeszug von Voice.

Wenn es um den Einsatz von Sprachassistenten im Berufsalltag geht, ist Salesforce allerdings kein Pionier. Seit November 2017 versucht etwa Amazon mit dem Service "Alexa for Business", die digitale Assistentin auch für den Job-Alltag fit zu machen. Büro-Arbeiter sollen mithilfe der Plattform in der Lage sein, beispielsweise Konferenzräume zu reservieren oder Meetings aufzusetzen - alles nur über einen kurzen Sprachbefehl. Eine integrierte Sicherheits-Ebene, durch die Stimmen identifiziert werden können, soll verhindern, dass die Anwendung von Unbefugten benutzt wird.

Seit über einem Jahr tüftelt der Werbekonzern Publicis gar an einem eigenen Sprachassistenten mit dem namen "Marcel". Die nach Firmengründer Marcel Bleustein-Blanchet benannte KI wurde im Frühjahr in Paris erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt und befindet sich aktuell noch in der Beta-Phase. Mit "Marcel" sollen die 80.000 Publicis-Mitarbeiter per Sprachbefehl beispielsweise Kampagnen-Informationen suchen, sich mit Kollegen vernetzen und kreative Ideen austauschen können. ron

 




stats