Dreamforce

Was Barack Obama CRM-Managern mit auf den Weg geben will

Barack Obama im Gespräch mit Salesforce-Gründer Marc Benioff
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Barack Obama im Gespräch mit Salesforce-Gründer Marc Benioff
Der ehemalige US-Präsident Barack Obama scheint seit dem Ende seiner Amtszeit eine neue Lieblingsbeschäftigung entwickelt zu haben: auf Tech-Konferenzen sprechen. Und zwar auch auf vermeintlich nischigeren. Nach seiner Stippvisite auf der "Bits & Pretzels" im September in München sprach Obama gestern in San Francisco vor Tausenden CRM-Managern auf der Dreamforce-Konferenz von Salesforce.

Nicht einmal der Salesforce-Gründer Marc Benioff wurde zu seiner großen Eröffnungskeynote auf der Hauskonferenz Dreamforce derart frenetisch gefeiert wie Barack Obama. Der ehemalige US-Präsident wird von circa 5000 CRM-Managern und Digital-Aficionados in Halle F des Moscone Centers in San Francisco mit minutenlangen Standing Ovations empfangen. Benioff klatscht fleißig mit.



Der Grund für den dann doch recht ungewöhnlichen Besuch eines ehemaligen US-Präsidenten auf der Marketing-Konferenz: Obama will Optimismus verbreiten. Optimismus dafür, dass die junge Generation die Probleme der Gegenwart in einigen Jahren schon lösen werde. Und Optimismus dafür, dass diese Generation zahlreiche hervorrragende Führungspersönlichkeiten hervorbringen werde.

"Wir werden in einigen Jahren viele tolle Führungskräfte sehen, die die Welt zu einem besseren Ort machen", sagt der Ex-Präsident, und deutet dabei mit dem Finger auf eine Gruppe angereister Teenager. Mit seiner Obama Foundation habe er sich genau diesem Thema verschrieben: junge Nachwuchs-Führungspersönlichkeiten, die den gesellschaftlichen Wandel antreiben, zu finden und auszubilden.


„Wenn man heute nur Fox News im Fernsehen schaut, hat man eine völlig andere Realität vor Augen, als die Menschen, die nur die New York Times lesen.“
Barack Obama
Die größten gesellschaftlichen Probleme der Gegenwart sind für Obama der Klimawandel, die vor allem durch Globalisierung entstehende Ungleichheit sowie die durch das Internet und Social Media angetriebene Verschiebung von Realitäten. "Wenn man heute nur Fox News im Fernsehen schaut, hat man eine völlig andere Realität vor Augen als die Menschen, die nur die New York Times lesen", so Obama, der diesen Umstand mitverantwortlich macht für die derzeit krisengeplagte politische Kultur in den USA. Präsident Donald Trump erwähnt Obama dabei kein einziges Mal.

Als US-Präsident und auch nach seiner Amtszeit war Obama immer ein gerngesehener Gast auf Konferenzen. In letzter Zeit zeigt er sich aber auch auf deutlich nischigeren Veranstaltungen. Im September war Obama etwa der Stargast bei der vergleichsweise kleinen "Bits & Pretzels". Auf dem Podium der Münchner Gründermesse lag ihm eine ähnliche Botschaft am Herzen: In Zeiten antidemokratischer Tendenzen in westlichen Demokratien, in Zeiten von Rechtsruck und Populismus gibt es aus seiner Sicht noch immer genug Grund zu hoffen, genug Grund, ein Optimist zu bleiben. Als Beispiel nannte Obama die Klimaaktivistin Greta Thunberg, über die sich der Ex-Präsident ausschließlich mit lobenden Worten äußerte.

Er beobachte, dass Ideale wie Humanismus und Menschenwürde heute infrage gestellt würden. "Wir müssen die Idee von Demokratie und Menschenrechten wiederbeleben", fordert er auf der "Bits & Pretzels". Ebenso den Glauben an die Gleichheit der Geschlechter, der freien Rede. Das Wichtigste sei aber, den Wert von Fakten wiederherzustellen. Was passiere, wenn der Staat keine Regeln habe, sehe man an sogenannten failed states. Wie es gut laufe, sehe man in Singapur, in Norwegen "und in den USA als wir noch - Sie wissen schon - die richtigen Dinge getan haben". ron (mit dpa-Material)

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