Digitale Infrastruktur

Oliver Samwer und Ralph Dommermuth mahnen bei 5G zur Eile

United-Internet-Gründer Ralph Dommermuth will einen eigenen Tablet-PC auf den Markt bringen
United-Internet-Gründer Ralph Dommermuth will einen eigenen Tablet-PC auf den Markt bringen
Zwei der führenden deutschen Digital-Unternehmer mahnen beim Ausbau der digitalen Infrastruktur in Deutschland zur Eile. Mit der Vergabe der 5G-Frequenzen würden die Weichen für die Entwicklung der nächsten Jahre gestellt, mahnen United-Internet-Chef Ralph Dommermuth und Rocket-Internet-Gründer Oliver Samwer im Interview mit dem Handelsblatt. 
"Wir reden schon viel zu lange über die immer gleichen Themen. Beim großen Ziel sind sich alle einig. Nur passiert leider zu wenig", kritisiert Ralph Dommermuth den schleppenden Ausbau der digitalen Infrastruktur in Deutschland. Am Ende stehe die Frage: "Wollen wir in Deutschland noch Produzenten von Technologie und Plattformen sein, oder reicht uns die Rolle als Anwender und Kunde?" Letzteres sei eine eine Weile komfortabel, würde aber auch "das Ende des Wirtschaftsstandortes Deutschland einläuten", ist der Gründer von United Internet sicher. 

Auch Oliver Samwer mahnt zu einer nationalen Kraftanstrengung, um die zweite digitale Revolution nicht zu verpassen: "Bei der ersten digitalen Revolution, da dürfen wir uns als Deutsche und Europäer nichts vormachen, haben wir im unteren Mittelfeld mitgespielt. Wenn wir unseren eigenen Anspruch als Industerienation anlegen, haben wir's eher verschlafen." 5G als biete als Basistechnologie für neue Anwendungen wie das Internet der Dinge oder autonomes Fahren nun die Chance aufzuholen, allerdings seien andere Nationen auch in diesem Bereich schon wieder weiter. 

Die beiden Unternehmer mahnen daher zur Eile. In den kommenden Wochen legt die Bundesnetzagentur die Regeln für die Vergabe der 5G-Frequenzen fest, die Ausschreibung erfolgt Anfang nächsten Jahres. United Internet erwägt, neben der Deutschen Telekom, Vodafone und Telefonica (O2) ein eigenes, viertes Mobilfunknetz aufzubauen. Momentan nutzt der Konzern für seine Mobilfunkangebote wie 1&1 vor allem die Netze seiner Wettbewerber. "Letztendlich hängt aber alles von den Vergabebedingungen ab", betont Dommermuth. dh


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