Datensicherheit

BSI schlägt Alarm wegen Sicherheitslücken in Mail-App der iPhones

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Bei Apple iPhones und iPads ist der Zugang zu E-Mail-Apps zur Zeit offen und Datensicherheit nicht gegeben
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Bei Apple iPhones und iPads ist der Zugang zu E-Mail-Apps zur Zeit offen und Datensicherheit nicht gegeben
Die E-Mail-App auf Apples iPhones und iPad-Tablets hat zwei Sicherheitslücken, die demnächst mit einer Aktualisierung des Betriebssystems geschlossen werden sollen. Laut US-Experten wurden sie bereits ausgenutzt, unter anderem bei einem "VIP aus Deutschland". Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt, vorübergehend die E-Mail-App der iPhones zu löschen oder die Synchronisierung der Mails abzuschalten.
Durch die Schwachstellen sei "potenziell das Lesen, Verändern und Löschen von E-Mails möglich", warnte das BSI gestern (23. April). Zuvor hatte die amerikanische IT-Sicherheitsfirma ZecOps erklärt, sie habe Hinweise darauf gefunden, dass die Schwachstellen in einigen Fällen bereits ausgenutzt worden seien. Es habe sich dabei um sehr gezielte Attacken gehandelt. Sie hätten allerdings auf den betroffenen Geräten keinen schädlichen Softwarecode mehr entdecken können, sondern nur Indizien dafür, erklärten die Forscher. Die Beschreibung weckte bei einigen anderen Branchenexperten Zweifel daran, ob man bereits von einem Nachweis erfolgreicher Attacken sprechen könne.


ZecOps konnte nach eigenen Angaben Hinweise auf sechs Attacken auf Basis der Sicherheitslücken feststellen. Unter den Zielen der Angriffe seien Manager großer US-Unternehmen sowie eines japanischen Mobilfunk-Anbieters, ein Journalist in Europa und ein nicht näher genannter "VIP in Deutschland" gewesen.

Anders als bei vielen Angriffen muss der Nutzer den Experten zufolge nicht erst eine Datei im Anhang anklicken. Beim aktuellen Betriebssystem iOS 13 könne die Attacke im Hintergrund ausgeführt werden, beim vorherigen iOS 12 musste der Nutzer dafür die E-Mail öffnen. "Das BSI schätzt diese Schwachstellen als besonders kritisch ein", erklärte deshalb die Behörde, die unter anderem die Kommunikation der Bundesregierung absichert. Zugleich stehen solche Sicherheitslücken hoch im Kurs, weil sie Angreifern nur solange etwas nutzen, wie sie unentdeckt bleiben. Deshalb werden sie meist nur sehr gezielt gegen besonders wertvolle Ziele eingesetzt.


ZecOps zufolge würde ein angegriffener Nutzer lediglich merken, dass die E-Mail-App langsamer laufe – und bei missglückten Attacken könne sie abstürzen. Die Sicherheitsfirma habe im Februar erste Hinweise auf die Angriffe bekommen und seitdem in Kontakt mit Apple gestanden. Während sie Schwachstellen seit September 2012 bestanden hätten, reichten bisher entdeckte Angriffsmechanismen bis Januar 2018 zurück.

Apple will die Schwachstellen mit der nächsten Version seines Mobil-Betriebssystems iOS schließen. Die Mitte April veröffentlichte Vorab-Ausgabe von iOS 13.4.5 enthält bereits den entsprechenden Software-Code. Einen wirksamen Schutz wird es erst geben, wenn das Update für alle Nutzer verfügbar ist. Zugleich schränkte ZecOps ein, dass für eine erfolgreiche Attacke noch zwei weitere Sicherheitslücken ausgenutzt werden müssten. dpa
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