Corona-Krise

Facebook Messenger geht verstärkt gegen Fake News vor

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Facebook Messenger auf der Dmexco
© HORIZONT
Facebook Messenger auf der Dmexco
Es ist ein wenig wie bei der Pandemie: Fake News über das Coronavirus verbreiten sich seit Tagen offenbar genauso schnell wie der Erreger selbst. Über soziale Medien und in privaten Chatgruppen werden Gerüchte befeuert. Das betrifft vor allem die Apps aus dem Imperium von Mark Zuckerberg. Der Facebook-Gründer hat nun mehrere Schritte eingeleitet, um dagegenzusteuern.
Im Kampf gegen Falschinformationen über das neue Coronavirus hat Mark Zuckerberg zwei neue Initiativen angekündigt. Die erste betrifft den Facebook Messenger, der – wie es vom Unternehmen heißt - in dieser Krisenzeit deutlich häufiger verwendet wird als bislang. Eine neue Plattform, die Facebook heute startet, soll eine Vielzahl von Entwicklern kostenlos mit Gesundheitsorganisationen und der WHO verknüpfen.


Heißt konkret: Die Entwickler sollen den Gesundheitsorganisationen für lau dabei helfen, ihre Botschaften und akkuraten Informationen im Facebook Messenger möglichst prominent zu platzieren, um so ein möglichst großes Publikum zu erreichen. Auf diese Weise sollen beispielsweise automatisierte Antworten auf häufige Nachfragen eingerichtet werden. Stan Chudnovsky, der im Facebook-Konzern seit Jahren für den Messenger verantwortlich ist, kündigte dies heute Morgen in einem Blogpost an.

Laut Chudnovsky startet das argentinische Gesundheitsministerium heute eine Messenger-Anwendung, die möglichst rasch auf Nutzerfragen antworten und Informationen in Echtzeit über die App verbreiten soll. Auch die UNICEF sowie das pakistanische Gesundheitsministerium würden bereits auf ähnliche Messenger-Tools zurückgreifen, teilt der Facebook-Manager mit.


Die zweite Initiative, die Zuckerberg nun auf den Weg gebracht hat, ist eine Kooperation mit der amerikanischen Hackathon-Plattform Devpost. Bei Hackathons handelt es sich um kollaborative Soft- und Hardwareentwicklungs­veranstaltungen. Die Kooperation mit Facebook soll Entwickler zu ermutigen, Tools für den Messenger zu bauen, die Themen wie Covid-19 und Social Distancing eine größere Aufmerksamkeit in der App geben.

Falschinformationen breiten sich seit geraumer Zeit sehr schnell in sozialen Netzwerken wie Facebook, Whatsapp und Twitter aus - etwa dass das Virus in einem Labor im chinesischen Wuhan gezüchtet und dann freigesetzt wurde, oder dass die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung die Entwicklung von Sars-CoV-2 finanziert haben soll. Auch vermeintliche Heilmittel gegen die vom Coronavirus ausgelöste Krankheit Covid-19 machen die Runde. So wird geraten, die ätzende Bleich-Chemikalie Chlordioxid zu trinken, um das Virus abzutöten, oder eine aufgeschnittene Zwiebel in die Wohnung zu legen, die den Erreger wie ein Magnet aus der Luft zieht.

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass Facebook ein sogenanntes "Coronavirus Information Center" entwickelt hat, das künftig ganz oben im Newsfeed der Nutzer erscheinen soll. Das Tochterunternehmen Whatsapp hat zusammen mit Gesundheitsinitiativen einen Informations-Hub gegründet, der Nutzer schneller zu wahrheitsgemäßen Informationen führen soll. Zusätzlich spendete Whatspp eigenen Angaben zufolge eine Million US-Dollar für den Kampf gegen Fake News. ron
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