Cloud-Geschäft

Die Lufthansa fliegt jetzt durch die Datenwolken von Google

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Die Lufthansa setzt auf Googles Datenwolke
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Die Lufthansa setzt auf Googles Datenwolke
Im Wettbewerb mit Microsoft, Amazon und Co hat Google für seine Cloud-Sparte einen prominenten Neukunden gewinnen können: die Lufthansa. Der Konzern will Googles Cloud-Technologie für seine neue Betriebsplattform verwenden und mithilfe von Machine Learning unter anderem die Pünktlichkeit der Maschinen verbessern.
Auf ihrer neuen Betriebsplattform bündelt die Lufthansa künftig in der Google Cloud die auf die einzelnen Airlines fokussierten Systeme und Datenquellen. Die Plattform berücksichtigt beispielsweise Daten wie Flugzeugwechsel und -wartung sowie Einsatzplanung der Besatzungen - und soll so künftig die Pünktlichkeit der Machinen verbessern. "Damit können wir künftig potenzielle Unregelmäßigkeiten im Flugbetrieb noch früher erkennen und zeitnah Gegenmaßnahmen einleiten", sagt Lufthansa-Vorstandsmitglied Detlef Kayser.

Bei Google spricht man bereits davon, durch diese Zusammenarbeit "den Flugbetrieb der Zukunft zu revolutionieren", wie Thomas Kurian, CEO von Google Cloud, sagt. "Wir vereinen die Stärken der Lufthansa Group mit denen von Google Cloud und wollen so gemeinsam die größten Herausforderungen der zur Lufthansa Group gehörenden Fluglinien meistern." Der amerikanische Tech-Konzern hat ein Team bereitgestellt, das die Airline vor Ort bei der Planung und Implementierung unterstützen soll.

Immer mehr große Unternehmen verlegen ihre Arbeitsprozesse in die Datenwolke - und setzen dabei auf Partnerschaften mit den großen Tech-Konzernen. Erst im Herbst 2019 konnte Google Cloud die Werbeholding WPP gewinnen. Konkret wird der Werbekonzern die Technologie nutzen, um etwa ein Verwaltungssystem für Mediapläne zu bauen. Außerdem soll Googles Bilderkennungssoftware genutzt werden, um Kampagnenmotive zu entwickeln. Bislang spielt Googles Werbegeschäft den Großteil der Erlöse des Konzerns ein. Doch der Mutterkonzern Alphabet setzt zunehmend auf Alternativen wie den boomenden Markt für Cloud-Services mit Speicherplatz und IT-Diensten im Netz. Um hier nicht von den Rivalen Amazon und Microsoft abgehängt zu werden, fließt viel Geld etwa in Datenzentren und andere Tech-Infrastruktur. Das trug 2018 zu einem massiven Anstieg der Investitionsausgaben um 102 Prozent auf 25,1 Milliarden Dollar bei.

Google befindet sich im Cloud-Geschäft in der ungewohnten Rolle des Herausforderers. Amazon ist mit seiner Tochter Amazon Web Services (AWS) Marktführer, auch Microsoft ist in diesem Bereich stark vertreten. Doch die Alphabet-Tochter investiert kräftig. Allein in München, wo auch Cloud-Dienste zu großen Teilen entwickelt werden, soll die Zahl der angestellten Entwickler auf mehr als 1000 verdoppelt werden. ron
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