Charles Bahr im HORIZONT Podcast

"In der Branche sind viele aktiv, die keine Ahnung von der Zielgruppe haben"

Charles Bahr ist zu Gast im HORIZONT Podcast
© HORIZONT
Charles Bahr ist zu Gast im HORIZONT Podcast
TikTok gilt als das Next Big Thing unter den sozialen Netzwerken. Mit der App, die weltweit 130 Millionen Nutzer zählt, sollten sich schleunigst auch Werbungtreibende beschäftigen, meint Charles Bahr. Der 16-jährige Agenturgründer bricht im HORIZONT Podcast eine Lanze für die Hype-App und fordert von Marketingmanagern eine stärkere Hands-on-Mentalität: "'Ich verstehe das nicht' ist keine Ausrede mehr."
"TikTok ist wohl die meistgenutzte App unter den 10-, 11- oder 12-jährigen Mädchen", sagt Bahr, der als 16-Jähriger selbst Teil der bei Werbungtreibenden so umworbenen Generation Z ist. Aus Werbesicht werde die Plattform allerdings kaum genutzt. "Die Aufmerksamkeit ist überproportional günstig", schlussfolgert Bahr im HORIZONT Podcast (Intro- und Outro-Produktion: Supreme Music). Er hat vor zwei Jahren die auf Influencer Marketing spezialisierte Agentur Tubeconnect mitgegründet.


Auf TikTok tummeln sich vor allem die (ganz jungen) Teenager, die dort mit Musik unterlegte Videos hochladen und mit ihren Freunden teilen. Das chinesische Medienunternehmen Bytedance hatte im November 2017 die App Musical.ly für etwa eine Milliarde US-Dollar gekauft und sie danach in TikTok umbenannt. Nun zählt die App 130 Millionen monatlich aktive Nutzer, davon 4,1 Millionen in Deutschland. Die App experimentiert nun auch mit Werbung.

Marketing-Manager sollten sich jetzt nicht nur mit TikTok beschäftigen sondern generell verstärkt mit neuen Plattformen experimentieren. "Es ist nicht verkehrt, sich alle halbe Jahre eine Art Innovationsberatung einzuholen", so Bahr, der der Branche bei der Ansprache der Generation Z kein gutes Zeugnis ausstellt: "In der Branche sind viele aktiv, die keine Ahnung von der Zielgruppe haben."
„Auf Facebook surfen ist wie im selben Laden einkaufen gehen wie deine Eltern. Das kann durchaus mal gut gehen, ist aber grundsätzlich uncool.“
Charles Bahr
Facebook sei für die Generation Z übrigens längst keine relevante Plattform mehr. "Auf Facebook surfen ist wie im selben Laden einkaufen gehen wie deine Eltern. Das kann durchaus mal gut gehen, ist aber grundsätzlich uncool", so Bahr. Auch Instagram bekommt vom 16-Jährigen einen mit, auch wenn er zugeben muss, dass die jungen Leute die Plattform durchaus lieben. "Instagram ist Fake. Heile Welt. Alles Perfekt. Alles Super. Ich sehe toll aus."


Bahrs eigene Mediennutzung ist sehr auf Twitter ausgerichtet. "Nachrichten beziehe ich eigentlich nur über Twitter." Mit Print hat der 16-Jährige gar nichts mehr am Hut: "Ich konsumiere keine Printmedien mehr, außer im Flugzeug, wenn ich aus Spaß eine Financial Times aufschlage, um die ganzen Business-Kasper in ihrem Anzug zu verarschen, die sich selbst zu ernst nehmen."

Verfügbar ist der HORIZONT Podcast auf SoundcloudiTunesSpotify und Deezerron
stats