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Deutsche Begeisterung für selbstfahrende Autos wächst - trotz Sicherheitsbedenken

Keine Zukunftsmusik mehr: Das Auto fährt autonom
© Bosch
Keine Zukunftsmusik mehr: Das Auto fährt autonom
Wenn es um autonom fahrende Autos geht, kann es den Verbrauchern offenbar nicht schnell genug gehen. Jeder Zweite wäre laut einer aktuellen Studie dazu bereit, sich schon innerhalb der nächsten fünf Jahre in einem selbstfahrenden Fahrzeug fortzubewegen. Auch im Autofahrerland Deutschland steige die Begeisterung für diese Technologie rasant - trotz großer Sicherheitsbedenken.
Die Art und Weise, wie Mobilität wahrgenommen wird, wandelt sich gerade entscheidend. Diesen Schluss lässt zumindest eine Untersuchung des Marktforschers Capgemini zum autonomen Fahrzeug zu. Die Mehrheit der Verbraucher glaubt demnach, dass autonome Fahrzeuge im täglichen Leben zukünftig eine größere Rolle spielen werden. Beispiel Deutschland: Während aktuell nur 17 Prozent der Befragten in ein autonomes Fahrzeug einsteigen würden, liegt der Anteil in zehn Jahren bereits bei 61 Prozent.


Besonders aufgeschlossen gegenüber selbstfahrenden Autos sind Stadtbewohner und Millennials - und das in alle Nationen. Capgemini befragte 5.538 Verbraucher in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Schweden, den USA und China. Letztere zeigen sich am euphorischsten: Sieben von zehn Chinesen wollen 2029 in selbstfahrenden Fahrzeugen von A nach B kommen.

Aber auch im eher technophoben Deutschland blicken die Autofahrer überwiegend positiv auf die Technologie: 65 Prozent der in Deutschland befragten Verbraucher geben an, bei diesem Thema Vorfreude zu empfinden. Mehr als die Hälfte von ihnen ist sogar bereit, bis zu 20 Prozent mehr für ein autonomes Fahrzeug zu bezahlen als für ein Standardmodell. Sie erwarten sich durch die modernen Karossen positive Effekte bei der Kraftstoffeffizienz, geringere CO2-Emissionen und Zeitersparnis.


Trotz der überwiegend positiven Resonanz äußern viele Verbraucher Bedenken, insbesondere wenn es um die Sicherheit des Fahrzeuges und die Sicherheit des Systems geht. Eine wesentliche Hürde sehen sie zudem darin, dass autonome Fahrzeuge bei plötzlich auftretenden Zwischenfällen falsch reagieren könnten. "Automobilunternehmen müssen die Erwartungen und Ängste ihrer zukünftigen Kunden berücksichtigen, wenn sie autonome Fahrzeuge auf den Markt bringen", sagt Capgemini-Manager Rainer Mehl.

Im vergangenen Jahr machten gleich mehrere Unfälle mit teil-autonomen Fahrzeugen Negativ-Schlagzeilen. Der Apple-Angestellte Walter Huang war beispielsweise mit seinem Tesla Model X und einem aktivierten Fahrzeugassistenten in einen tödlichen Unfall verwickelt. Eine Softwarepanne bei Uber verursachte zudem einen tödlichen Unfall in den USA. Laut einem Bericht hatten die Sensoren des Fahrzeugs das 49-jährige Opfer am Straßenrand sogar registriert, offenbar jedoch nicht als Mensch mit einem Fahrrad erkannt.

Laut Capgemini müssten die Hersteller künftig in Software investieren und in diesem Bereich verstärkt Kompetenzen aufbauen. "Als industriell geprägte Branche, die sich stark verändert, müssen Unternehmen der Automobilbranche das autonome Fahren über alle Unternehmensbereiche hinweg in ihre Gesamtstrategie einbetten und nicht nur als ein weiteres Innovationsprojekt betrachten", heißt es in der Studie der Marktforscher. ron
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