Bytedance

TikTok-Besitzer will mit eigener Suchmaschine angreifen

TikTok will die Vermarktung ankurbeln
© Cannes Lions
TikTok will die Vermarktung ankurbeln
Das chinesische Unternehmen Bytedance, das in Europa vor allem für sein soziales Netzwerk TikTok bekannt ist, streckt seine Fühler in einen weiteren Geschäftsbereich aus: Wie Reuters berichtet, will der Konzern mit einer eigenen Suchmaschine an den Start gehen. Erst vor wenigen Wochen hatte Bytedance bekanntgegeben, eigene Smartphones bauen zu wollen.
Das App-Portfolio von Bytedance kann sich mittlerweile sehen lassen. Neben dem sozialen Netzwerk TikTok, das derzeit weltweit ein Momentum erfährt wie kaum eine andere App und von Bytedance 2017 für knapp eine Milliarde US-Dollar übernommen wurde, verfügt der Konzern beispielsweise mit Lark über eine Slack-ähnliche App für die Kommunikation im Büro. Außerdem gehört der Messagingdienst Feiliao und eine Musikstreaming-App dazu.


Jetzt wollen die Chinesen offenbar auch im Search-Markt mitspielen und planen die Einführung einer eigenen Suchmaschine. Sie soll Toutiao Search heißen und den Chinesen sowohl eigene Inhalte aus TikTok und anderen Bytedance-Apps zeigen als auch solche aus dem breiteren Internet. Für den Aufbau von Toutiao Search hatte Bytedance zuletzt Experten von Google, Baidu und Bing abgeworben.

Die neue Suchmaschine soll eine Alternative zum Marktführer Baidu bieten, wie es heißt. Im vergangenen Jahr wickelte Baidu in China 66 Prozent aller Desktop-Suchen und 71 Prozent aller Mobile-Suchen ab. Google hatte sich vor einigen Jahren vom chinesischen Markt zurückgezogen, weil sich der US-Konzern den Zensurbestimmungen der Volksrepublik nicht unterwerfen wollte.


Parallel arbeitet Bytedance in Europa und vor allem in Deutschland unter Hochdruck am Aufbau der eigenen TikTok-Werbevermarktung. Grund ist die inzwischen beachtliche Reichweite. So verbrachten im November 2018 rund 4,1 Millionen aktive deutsche TikTok-Nutzer im Monat rund 39 Minuten pro Tag in der App und sorgten für 6,5 Milliarden Views. "Wir experimentieren derzeit ständig mit neuen Formaten und fragen die Werbungtreibenden, was sie gerne haben wollen", sagte kürzlich der globale Marketingchef Stefan Heinrich im HORIZONT-Interview. ron
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