BOTLabs

Burdas Blockchain-Start-up stellt erstes Produkt vor

Burdas Blockchain-Start-up BOTLabs stellt sein erstes Produkt vor
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Burdas Blockchain-Start-up BOTLabs stellt sein erstes Produkt vor
Vor knapp eineinhalb Jahren gründete das Medienhaus Burda das Blockchain-Start-up BOTLabs, in das später auch Ringier eingestiegen ist. Seitdem war es ziemlich ruhig um das junge Unternehmen geworden. Bis jetzt: 18 Monate hat das Entwickler-Team an einer neuen Technologie gearbeitet, die heute erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Es handelt sich um ein Internetprotokoll, das auf der Blockchain basiert - und das Internet wieder ein wenig vertrauensvoller machen soll.
Das Unternehmen BOTLabs hat sich auf die Fahnen geschrieben, auf Basis der Blockchain-Technologie konkrete Innovationen für Unternehmen zu erarbeiten und Wege zu identifizieren, wie sie in die operativen Geschäfte integriert werden können. Das erste Produkt, das das Start-up interessierten Firmen nun zur Verfügung stellen will, ist ein auf der Blockchain basierendes Internetprotokoll namens KILT.


Mit diesem Protokoll erhoffen sich die Macher nicht weniger, als das Internet wieder vertrauenswürdiger zu machen. Denn Firmen und öffentliche Institutionen sollen damit in der Lage sein, die Echtheit von Identitäten, Daten oder Produkten zertifizieren zu können. "Es schafft die technologische Grundlage für die Vertrauenswürdigkeit digitaler Geschäftsmodelle", sagt Burda-Vorstand Philipp Welte.

„Es schafft die technologische Grundlage für die Vertrauenswürdigkeit digitaler Geschäftsmodelle.“
Philipp Welte über das Internetprotokoll KILT
VDZ-VIzepräsident Philipp Welte steht innerhalb des Verbands mit den Publikumszeitschriften dem größten Fachbereich vor.
© Dominik Butzmann/Burda
VDZ-VIzepräsident Philipp Welte steht innerhalb des Verbands mit den Publikumszeitschriften dem größten Fachbereich vor.
Die Idee hinter KILT basiert auf einem Konzept aus der analogen Welt: dem Ausstellen und Vorzeigen offiziell gültiger Dokumente. Dieses Konzept hat BOTLabs in die digitale Welt überführt. Eine öffentlich als vertrauenswürdig anerkannte Instanz signiert einem Nutzer ein elektronisches Dokument, das nicht zentral beim Aussteller, sondern direkt beim User gespeichert wird, als hätte er es in seine Brieftasche gesteckt. Derjenige, dem er das Dokument später vorzeigt, kann mit Hilfe der Blockchain und der Reputation des Ausstellers überprüfen, dass es echt und vertrauenswürdig ist.


Die dezentrale Speicherung gehört zu den Grundpfeilern der Blockchain. Die Technologie ist dadurch charakterisiert, dass Datenketten in Echtzeit auf zahlreiche Rechner auf der ganzen Welt kopiert werden und somit resistent gegen Angriffe, Manipulation und Datenverlust sind. Die Blockchain steckt beispielsweise hinter der Kryptowährung Bitcoin. In den miteinander verketteten Blöcken sind alle jemals getätigten Transaktionen dezentral abgespeichert und öffentlich einsehbar. Burda-Vorstand Welte will das neue Internetprotokoll durchaus als Alternative zu den Datensilos monopolistischer Plattformen wie Facebook und Google verstanden wissen. "Bei rasant fortschreitender Digitalisierung aller Lebensbereiche ist der Welt das Vertrauen in Informationen und Daten aus dem Internet weitgehend abhandengekommen", sagt der Manager. KILT attestiere Menschen, Produkten und Informationen dagegen eine zweifelsfreie digitale Identität. "Es schafft die technologische Grundlage für die Vertrauenswürdigkeit digitaler Geschäftsmodelle", so Welte. Beim Münchner Medienhaus stellt man sich vor, dass das Blockchain-Protokoll von Banken eingesetzt werden könnte, etwa um im Netz die eigenen Kunden zu identifizieren. ron
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