BMWi-Report

Der Digitalstandort Deutschland holt auf  - und zieht an Japan vorbei

Der deutsche Digitalstandort macht Fortschritte
© Pixabay.com
Der deutsche Digitalstandort macht Fortschritte
Themenseiten zu diesem Artikel:
Um den Digitalstandort Deutschland ist es besser bestellt als viele es vielleicht vermuten würden. Zumindest, wenn man den Ergebnissen eines aktuellen Reports des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) Glauben schenken mag. Demnach steht der Digitalstandort Deutschland im internationelen Vergleich sogar besser da als der japanische.

In dem gestern vom BMWi veröffentlichten Papier mit dem sperrigen Namen "Monitoring-Report Deutschland DIGITAL – der IKT-Standort Deutschland im internationalen Vergleich" haben die Experten zum einen die Positionierung des Digitalstandorts Deutschland im internationalen Vergleich und zum anderen die volkswirtschaftliche Bedeutung der hiesigen Digitalwirtschaft analysiert. Das Ergebnis ist der sogenannte Standortindex Digital, der die Vorrausetzungen für Wachstumschancen der digitalen Wirtschaft eines Landes auf eine Zahl zu reduzieren versucht.



Deutschland erzielt in in der jüngsten Auswertung einen Indexwert von 65 und verbessert sich damit im Vergleich zu 2016 (64 Punkte, siehe Chart unten) um einen Rang auf Platz 5. Heißt: Die digitale Wirtschaft traf 2017 auf bessere Rahmenbedingungen als noch im Vorjahr - und überholt sogar erstmals die japanische. An der Spitze dieses Rankings stehen unverändert die USA (85 Punkte), Südkorea (77 Punkte), Großbritannien (73 Punkte) und Finnland (69 Punkte). Schlusslichter des 10-Ländervergleichs sind Spanien mit 55 und Indien mit 46 Indexpunkten.

Standortindex im internationalen Vergleich

Quelle: Kantar TNS



Das gute Abschneiden Deutschlands wird von den Experten freudig aufgenommen. "Allerdings besteht weiter Handlungsbedarf", sagt Tobias Weber, Director Business Intelligence beim Marktforscher Kantar TNS, der die Studie zusammen mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung im Auftrag des BMWi durchgeführt hat. Nachholbedarf sehe der Fachmann im Bereich der Digitalisierungsbereitschaft von Unternehmen sowie bei der flächendeckenden Verfügbarkeit von hohen Bandbreiten.

Stark aufgestellt ist Deutschland der Studie zufolge bei den Themen Innovation, Computerverbreitung und Risikokapital. Vor allem bei der Innovationsfähigkeit macht der Bundesrepublik niemand etwas vor - Deutschland führt das Feld in dieser Kategorie an, noch vor den USA und Großbritannien. Die Innovationsfähigkeit bemisst sich unter anderem durch die Anzahl der Patente und der wissenschaftlichen Veröffentlichungen sowie durch die Zufriedenheit der Kunden. Auch bei Verbreitung von Computern (93 Prozent) in den Haushalten ist Deutschland Spitzenreiter.

Was die Mobilfunkpenetration, die Anzahl der Musikdownloads und die digitalen und technologischen Kenntnisse der Bevölkerung angeht, positioniert sich Deutschland jeweils auf Platz drei. Auch bei der Breitbandversorgung erreicht Deutschland (40 Prozent der Haushalte) den dritten Platz – nach Frankreich mit 44 und Südkorea mit 42 Prozent. ron

stats