Bilanz

Spotify enttäuscht mit schwachem Ausblick

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Die Spotify-Zentrale in Stockholm
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Die Spotify-Zentrale in Stockholm
Mit einem schwachen Ausblick und deutlichen Jahresverlust hat der Musikstreaming-Marktführer Spotify Analysten und Anleger enttäuscht. Da half es auch nicht, dass das Unternehmen im Schlussquartal des Geschäftsjahres besser abschnitt als erwartet. So überschritt der Konzern die Marke von 150 Millionen Abo-Kunden, wie Spotify am Mittwoch in Stockholm mitteilte. Zu Handelsbeginn brach die an der Nasdaq notierte Aktie um mehr als acht Prozent ein.
Für das laufende Jahr rechnet das Management mit einem Umsatz von 9,01 bis 9,41 Milliarden Euro. Analysten hatten mit 9,28 bis 10,09 Milliarden Euro deutlich mehr auf dem Zettel. Der Konzern erwartet im Geschäftsjahr einen operativen Verlust von 200 bis 300 Millionen Euro. Der Vorstand warnte vor einer "erhöhten Unsicherheit im Vergleich zu vorigen Jahren wegen der unbekannten Länge der Pandemie und ihren andauernden Auswirkungen auf das Wachstum bei Nutzern, Abonnenten und Umsatz." 


Im Schlussquartal hat der Konzern besser abgeschnitten. Mit einem Plus von knapp einem Viertel auf 155 Millionen Premium-Kunden verglichen mit dem Vorjahresquartal übertraf Spotify seine eigenen Erwartungen und die der Analysten. Der Nettoverlust fiel mit 125 Millionen Euro um rund 40 Prozent geringer aus als im Vorjahresquartal. Im Gesamtjahr 2020 war der Fehlbetrag aber mit 581 Millionen Euro mehr als dreimal so hoch wie im Vorjahr. 

In den drei Monaten bis Dezember profitierte Spotify nach eigenen Angaben vom stärkeren Kundenwachstum in Indien, den USA sowie Westeuropa. Die Zahl der monatlich aktiven Kunden (MAUs) stieg um 27 Prozent auf 345 Millionen. Die meisten Spotify-Kunden nutzen also nach wie vor lieber die Gratis-Version des Dienstes mit Werbung und einem eingeschränkten Funktionsumfang. Neue Impulse verspricht sich das Unternehmen unterdessen von seinem neuen Südkorea-Geschäft, das Anfang der Woche gestartet war. 


Die Nummer zwei im Markt, Apple Music, sprach zuletzt im Sommer 2019 von 60 Millionen Abo-Kunden. Der iPhone-Konzern verzichtet im Gegensatz zu Spotify auf eine kostenlose Variante. Im Gesamtjahr konnte Spotify seine Umsätze um gut 16 Prozent auf 7,88 Milliarden Euro steigern. Treiber war vor allem das Premiumsegment, das den Löwenanteil der Erlöse ausmacht. Allerdings hätten ungünstige Wechselkurseffekte den Umsatz vor allem im Schlussquartal belastet, hieß es. dpa
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