Befragung

Gründer genießen in Deutschland einen guten Ruf

Gründer haben in Deutschland ein gutes Image
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Gründer haben in Deutschland ein gutes Image
Wer ein Unternehmen gründet, stößt hierzulande in der Regel auf Anerkennung. Das ist zumindest das Ergebnis einer aktuellen Befragung des Digitalverbandes Bitkom. Demnach hält die Mehrheit der Bundesbürger Gründer für Vorbilder für die junge Generation. Dennoch: Nur die wenigsten würden jungen Leuten empfehlen, in einem Start-up zu arbeiten oder selbst eines zu gründen.
Laut Bitkom geben 83 Prozent der Deutschen an, dass Gründer "leistungsorientiert und zielstrebig" sind. Kein anderes Attribut wird Gründern in der Bitkom-Umfrage häufiger zugeschrieben. Allerdings war dieser Wert auch schon mal höher. Vor fünf Jahren meinten noch 87 Prozent der Deutschen, dass Gründer leistungsorientiert und zielstrebig sind. Dass die Unternehmer Vorbilder für junge Menschen sind, glauben hierzulande 68 Prozent. Vor fünf Jahren waren es nur 63 Prozent.


Wenn es um die Motive der Unternehmensgründung geht, hat sich das Bild der Deutschen stark gewandelt. Glaubten die Bundesbürger vor fünf Jahren noch mehrheitlich, dass Gründer mit ihrem Unternehmen eigentlich nur schnell reich werden wollen (66 Prozent), sind sie heute eher der Meinung, dass Gründer mit ihrer Idee oder ihrem Produkt anderen helfen wollen (60 Prozent). Auch glauben heute deutlich weniger Deutsche, dass Unternehmer nur aus der Not gründen, "weil sie keinen Job gefunden haben".

Angesichts dieser Popularität fordert Bitkom-Präsident Achim Berg, Start-up-Gründer vermehrt in Schulen und Universitäten zu holen. "Wir müssen dafür sorgen, dass noch mehr junge Menschen den Schritt zum eigenen Start-up wagen", sagt Berg. "Das positive Bild in der Bevölkerung ist erfreulich, es muss Ansporn sein, in allen Bereichen der Gesellschaft den Gründergeist zu wecken."


Das ist vermutlich leichter gesagt als getan. Denn was die Bitkom-Befragung auch ans Tageslicht bringt: Die Mehrheit der Deutschen würde nahestehenden jungen Menschen, etwa aus der eigenen Familie oder Freunden, nicht empfehlen, ein eigenes Start-up zu gründen oder bei einem anzuheuern. Offenbar überwiegt in der Wahrnehmung noch immer das hohe persönliche Risiko, das Gründer eingehen, um ihre Idee umzusetzen. ron
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