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Deutsche nutzen Potenzial von Smart-Home-Geräten nicht aus

Apples HomePod, Amazon Echo und der Google Home-Lautsprecher gehören zu den bekanntesten Smart-Home-Geräten
© Alexander Schulte
Apples HomePod, Amazon Echo und der Google Home-Lautsprecher gehören zu den bekanntesten Smart-Home-Geräten
Geräte wie Amazon Echo, Google Home oder Apples HomePod können die eigenen vier Wände in ein vernetztes Zuhause verwandeln, in dem per Zuruf etwa das Licht gesteuert oder die Rollläden geschlossen werden. Doch dieses Smart-Home-Potenzial lassen die Deutschen oftmals liegen, wie eine aktuelle Untersuchung zeigt. Sie nutzen die Geräte lieber als simple Abspielstation für Musik.

Lediglich zwölf Prozent der Deutschen nutzen das Smart-Home-Potenzial der Geräte richtig aus. Heißt: Sie besitzen daheim gleich mehrere vernetzte Geräte, die zu einem komplexeren System miteinander verknüpft sind. Das geht aus einer heute veröffentlichten Befragung des Marktforschungsinstituts Splendid Research hervor. Das Unternehmen hat dafür 1.509 Deutsche zwischen 18 und 69 Jahren online zum Thema Smart Home befragt. Die Ergebnisse sind laut Splendid Research repräsentativ.



Die Personen, die das Smart-Home-Potenzial der Geräte voll und ganz ausnutzen, sind der Untersuchung zufolge verhältnismäßig jung (die Hälfte ist jünger als 40 Jahre), männlich und - wenig überraschend - technologiebegeistert. Bildung sowie Einkommen sind in den meisten Fällen überdurchschnittlich. Die übrigen 88 Prozent werden von Splendid Research als "einfache Nutzer" zusammengefasst. Auch sie können mehrere Smart-Home-fähige Anwendungen besitzen, diese sind aber nicht in einem System miteinander verbunden.

Diese "einfachen Nutzer" schöpfen das Potenzial der Geräte in den meisten Fällen nur im Ansatz aus, "was Auswirkungen auf die Abschöpfung der enormen Umsatz- und Kundenbindungspotenziale hat", sagt Thilo Kampffmeyer, Studienleiter bei Splendid Research. Am häufigsten schaffen sich die Deutschen Smart-Home-fähige Geräte an, um sich unterhalten zu lassen oder kommunizieren zu können - etwa über einen Amazon Echo. Zweithäufigster Anwendungsfall ist das Energiemanagement - zum Beispiel mit einer smarten Glühbirne.


Insgesamt scheinen sich die Bundesbürger mit vernetzten Geräten im Haushalt angefreundet zu haben. Knapp jeder Zweite gibt an, ein Smart-Home-fähiges Gerät in den eigenen vier Wänden stehen zu haben. Jeder Dritte ist zumindest an den Geräten interessiert, jeder Vierte lehnt sie kategorisch ab.

Die Anwendungen von Amazon, Google und Apple waren in den vergangenen Wochen zunehmend in die Kritik geraten, weil sich auch Menschen aufgezeichnete Fragmente von Unterhaltungen der Nutzer anhören und abtippen, um die Spracherkennung zu verbessern. Die jahrelange Praxis war den Nutzern bis vor wenigen Monaten weitestgehend unbekannt. Apple und Google hatten daraufhin diese Praxis ausgesetzt. ron

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