Adtech

Berliner Start-up Adjust sucht angeblich Käufer oder Finanzierung

   Artikel anhören
Die Gründer von Adjust
© Adjust
Die Gründer von Adjust
Beim Berliner Adtech-Dienstleister Adjust stehen wohl größere Veränderungen ins Haus: Wie Gründerszene berichtet, strebt das Unternehmen in den kommenden Monaten entweder einen Verkauf oder eine große Finanzierungsrunde an. Der gehandelte Kaufpreis lässt aufhorchen: Offenbar peilt Adjust eine Firmenbewertung von einer halben Milliarde Euro an.
Wie aus dem Bericht hervorgeht, verhandelt Adjust aktuell mit Finanzinvestoren. Aber auch Private-Equity-Unternehmen sowie strategische Geldgeber sollen für den Deal infrage kommen. Herausgefunden haben soll das das nicht-öffentliche Branchenportal Mergermarket. Adjust, das für Kunden wie Spotify und Rakuten das Verhalten der App-Nutzer analysiert, soll sich dafür die Hilfe von der Investmentbanking-Firma Macquarie mit Sitz in Sydney geholt haben. Adjust will die Gerüchte auf Nachfrage von HORIZONT Online weder bestätigen noch dementieren.


Über potenzielle Käufer ist bislang noch nichts bekannt. Angesichts der gehandelten Summe von einer halben Milliarde Euro kommen allerdings ohnehin nicht allzu viele Unternehmen als Käufer infrage. Die Google-Mutter Alphabet sowie Facebook hätten laut Mergermarket zuletzt allerdings kein großes Interesse an Marketing-Technologie gezeigt.

Adjust gilt als eines der Aushängeschilder der Berliner Start-up-Szene. Das Unternehmen erzielt eigenen Angaben zufolge seit drei Jahren Gewinne und beschäftigt 350 Mitarbeiter weltweit. Erst im August hatte Adjust mit dem Investmentbanker Mirko Deneke einen neuen Finanzchef vorgestellt und damit unfreiwillig auch die Gerüchte um einen anstehenden Börsengang des Unternehmens angefeuert. Des Weiteren besetzten die Berliner vor ein paar Monaten die neu geschaffene Position des Vice President of Marketing mit der Ex-Glispa-Managerin Melissa Bohlsen.


Erst vor wenigen Tagen hatte sich Adjust zudem mit einer Übernahme für den Kampf gegen Adfraud verstärkt. Das Cybersecurity-Start-up Unbotify aus Israel ist künftig Teil des Berliner Unternehmens und soll mit seiner Technologie dabei helfen, betrügerische Aktivitäten zu erkennen. Unbotify analysiert menschliche Verhaltensmuster bei der Interaktion mit Web- und Mobile-Anwendungen und kann daraufhin zuverlässig zwischen Bots und menschlichen Nutzern unterscheiden. ron

stats