Adobe-Studie

Deutsche Firmen wollen mit KI personalisierter werben

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Je personalisierter eine Dienstleistung oder eine Werbebotschaft, desto besser. In Zeiten von Big Data und Automatisierung ist dieses Credo längst zu einer Art "heiliger Gral" avanciert und dürfte für Marketingentscheider nichts Neues mehr sein. Und tatsächlich setzen fast alle deutschen Großunternehmen mittlerweile auf den Faktor Personalisierung, wie eine aktuelle Studie zeigt. Nur: Derzeit scheitern viele Firmen noch an der Datenflut. KI soll nun Abhilfe schaffen.

Dass Produkte und Dienstleistungen in Zukunft vor allem personalisiert sein müssen, davon geht hierzulande die große Mehrheit der Großunternehmen aus. Laut einer aktuellen Studie, die im Auftrag von Adobe unter 600 hochrangigen Entscheidungsträgern aus Firmen mit mehr als 5000 Mitarbeitern durchgeführt wurde, sind 89 Prozent aller Befragten der festen Überzeugung, dass größtmögliche Personalisierung für den Erfolg ihres Unternehmens wichtig ist.

Allerdings kämpfen die Entscheidungsträger mit einem Problem: Den Grad der Personalisierung, den sie gerne hätten, können sie derzeit nicht erreichen. Nur 42 Prozent der deutschen Befragten sehen sich in der Lage, den von ihnen angestrebten Personalisierungsgrad auch wirklich anzubieten. Damit ist Deutschland anderen europäischen Märkten zwar weit voraus (35 Prozent in der Schweiz und Frankreich, 30 Prozent in Großbritannien), dennoch besteht auch hierzulande Nachholbedarf, schlussfolgern die Studienmacher.


Grund für die unzureichende Personalisierung ist den deutschen Unternehmen zufolge vor allem das Problem, vorliegende Daten nicht schnell und effektiv genug verarbeiten zu können (52 Prozent), sowie die Daten sinnvoll zu sammeln, zu strukturieren und zu integrieren (44 Prozent). Fast die Hälfte der deutschen Großunternehmen (49 Prozent) sieht nicht zuletzt die neue Datenschutzverordnung (DSGVO) als einen Faktor, der ihre Personalisierungspläne temporär zurückhält. Künstliche Intelligenz soll nun Abhilfe schaffen. Knapp ein Drittel der deutschen Marken (31 Prozent) setzt KI bereits ein, um große Datenmengen schnell zu analysieren und daraus umsetzbare Erkenntnisse für ebenso personalisierte wie DSGVO-konforme Kommunikation abzuleiten. Bis Ende 2019, so die Prognose, werden 48 Prozent der deutschen Unternehmen KI für diese Zwecke zum Einsatz bringen. Spätestens bis Ende 2020 wollen 93 Prozent KI nutzen.

"Das Niveau der Datenanalyse, das für den derzeit erforderlichen Grad an Personalisierung notwendig ist, schien vor wenigen Jahren noch unmöglich zu erreichen", kommentiert Adobe-Manager Julian Kramer die Ergebnisse. "KI ermöglicht es den Marken heute, ihre Daten besser zu verwalten und den nötigen Kontext für ihre Entscheidungen schaffen zu können."


Und tatsächlich scheinen die befragten Großunternehmen nun Vollgas geben zu wollen in Sachen KI. 65 Prozent der Firmen stellen neue Mitarbeiter ein, um sicherzustellen, dass das Unternehmen über die erforderlichen Fähigkeiten verfügt, KI gewinnbringend einzusetzen. Und 69 Prozent bilden ihre derzeitigen Mitarbeiter im Einsatz von KI aus. Knapp zwei drittel der Firmen gibt an, dass IT-Kenntnisse zu den drei wichtigsten Kompetenzen bei der Auswahl neuer Mitarbeiter zählen. ron

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