WeQ

Neuer deutscher Adtech-Player geht an den Start - mit ambitionierten Plänen

Das Management-Team von WeQ (v.l.n.r.): Riccardo dal Pozzolo (CFO), Tim Nilsson (Beiratsmitglied), Dr. Steffen Wachenfeld (CPO), John Schlüter (CMO), Markus Malti (CEO)
© Gene Glover/Agentur Focus
Das Management-Team von WeQ (v.l.n.r.): Riccardo dal Pozzolo (CFO), Tim Nilsson (Beiratsmitglied), Dr. Steffen Wachenfeld (CPO), John Schlüter (CMO), Markus Malti (CEO)
Seit heute hat die deutsche Adtech-Branche einen Player mehr - und dieser hat ziemlich ambitionierte Pläne. WeQ heißt das Unternehmen mit Sitz in Berlin und startet aus dem Stand mit einem Team aus mehr als 100 Werbetechnologie-Experten. Am nötigen Kleingeld mangelt es dem Start-up offenbar auch nicht.

Bei WeQ handelt es sich um ein Unternehmen, das sich eigener Aussage zufolge auf User Acquisition für Apps spezialisiert hat. Die Mission des Unternehmens ist also, für seine Kunden weltweit hochwertige und aktive App-Nutzer zu gewinnen. Dafür setzt WeQ auf eine Inhouse-Technologie sowie auf ein mehr als 100-Mann starkes Team aus über 30 Ländern.

Angeführt wird der neue Adtech-Player, der neben Berlin auch ein Büro in San Francisco betreibt, von CEO Markus Malti, einem ehemaligen Manager von Wanadoo. Der französische Internet-Service-Provider gehörte um die Jahrtausendwende herum zu den bedeutendsten Firmen seiner Art. Zur Seite steht Malti geballtes Adtech-Know how: Der ehemalige Adjust-CRO Hendrik Volp ist Chief Business Development Officer, der ehemalige Glispa-Technologiechef Bastian Quilitz der CTO. Zum Management-Team gehören darüber hinaus:

  • Dr. Steffen Wachenfeld, Chief Product Officer; einst bei HitFox Group und Gründer eines Adtech-Unternehmens, das von AppLift gekauft wurde
  • Kerstin Feix, Chief People Officer; ehemaliger Global Head of People Management bei Meta Design
  • Riccardo dal Pozzolo, CFO; ehemaliger Business Analyst bei Walt Disney
  • John Schlüter, Chief Marketing Officer; ehemaliger Chief Brand Officer bei Thomas Sabo
  • Tim Nilsson, Beiratsmitglied; ehemaliger Co-Founder und Managing Director von Glispa

Über aktuelle Kunden will sich WeQ derzeit noch nicht konkret äußern, teilt jedoch mit, dass man grundsätzlich für alle Branchen tätig sein wolle. Referenzkunden stammen dem Unternehmen zufolge aus den Bereichen Gaming, Reise, E-Commerce und Food Delivery.

Auf Kundenfang gehen will WeQ vor allem mit einer Kombination aus menschlicher Expertise und Machine Learning. "Digitale Werbung funktioniert nur, wenn die Infrastruktur und Services skalierbar und global reproduzierbar sind. Deshalb arbeiten bei uns Machine-Learning-Experten, Entwickler und Data Scientists zusammen an der Technologie", sagt Produktchef Wachenfeld. "Unsere Kunden können sich derweil auf ihr Kerngeschäft konzentrieren: großartige Apps zu entwickeln und sich vollends dem Wachstum ihrer Marke zu widmen."

„Digitale Werbung funktioniert nur, wenn die Infrastruktur und Services skalierbar und global reproduzierbar sind. Deshalb arbeiten bei uns Machine-Learning-Experten, Entwickler und Data Scientists zusammen an der Technologie.“
Steffen Wachenfeld
Beim neuen Adtech-Player blickt man optimistisch in die Zukunft angesichts eines boomenden App-Markts. Laut AppAnnie wurden 2017 in den App-Stores von Apple und Google sowie Drittanbieter-Stores für Android weltweit über 86 Milliarden US-Dollar umgesetzt - ein Wachstum von 105 Prozent im Vergleich zu 2015. Auch die Downloads sind um rund 60 Prozent auf 175 Milliarden gestiegen.

Die WeQ-Kassen scheinen zu Beginn bereits gut gefüllt: Um die Geschäftsentwicklung zu beschleunigen, stehen bis zu 50 Millionen US-Dollar Eigen- und Fremdkapital zur Verfügung, teilen die Verantwortlichen mit. Das Geld soll in den nächsten zwölf bis 24 Monaten für Technologie-Zukäufe, den Teamausbau und die internationale Expansion eingesetzt werden.

Wie sich das Unternehmen im dicht besiedelten Adtech-Markt schlägt, wird sich erst zeigen müssen. Heute hat das Start-up seinen ersten öffentlichen Auftritt beim Mobile Advertising Summit in Berlin. ron




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